Antrag beim Landkreis abgelehnt / Sitzgelegenheiten künftig im Londypark

Allerdeich nun ohne Bänke

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Hier standen in den vergangenen Jahren die Bänke.

Rethem - Auf einer Bank auf dem Deich sitzen und den Blick über die Aller schweifen lassen – das ist Entspannung pur. Doch Radtouristen und Besucher im Londypark suchen derzeit die Bänke auf dem Allerdeich vergebens.

Die Rethemer Runde hatte vor Jahren drei Sitzbänke gebaut, auf dem Deich platziert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Die Ehrenamtlichen kümmerten sich in der Folge um die Pflege der Sitzgelegenheiten. Gerade erst waren sie mit der Unterstützung von Rethemer Firmen aufwändig renoviert worden. Doch kaum standen die Bänke in diesem Frühjahr an ihren angestammten Plätzen, wurden sie wieder abgebaut.

Leverenz: „Unverständnis

bei Ehrenamtlichen“

Grund war ein Antrag von Stadtdirektor Cort-Brün Voige beim Heidekreis zum Aufstellen der Bänke. Ziel war es, die Verkehrssicherungspflicht zu klären. Es sei festgestellt worden, dass die von der Rethemer Runde zur Verfügung gestellten Bänke der Allgemeinheit gehören.

Der Heidekreis lehnte den Antrag ab. Man sei dem niedersächsischen Deichgesetz gefolgt. Danach ist es nicht gestattet, die Wälle zu betreten oder irgendetwas dort aufzustellen – es sei denn zur Erhaltung oder zum Schutz des Deiches. „Das Gesetz sieht Ausnahmen nur in begründeten Fällen vor“, sagte Erster Kreisrat Oliver Schulze. Sie hätten gar nicht anders handeln können. Bänke dienten der Benutzung und Publikumsverkehr sei nicht im Sinne des Deichschutzes. Es sage allerdings niemand etwas, bis es offizielle Anträge oder ein Veto des Eigentümers gebe.

Zum ersten Mal im Zusammenhang mit der Deichsicherheit erwähnt worden waren die Bänke im August vergangenen Jahres, als das Aufstellen von Skulpturen im Rahmen von „Kunst auf dem Deich“ in Wohlendorf für Aufregung gesorgt hatte. „Wir werden uns damit auseinandersetzen müssen, wie mit den weiteren Objekten auf dem Deich umgegangen wird. Natürlich haben wir ein großes Interesse daran, dass die Bänke stehen bleiben. Es wäre mehr als bitter, wenn sie abgebaut werden müssten“, hatte Voige damals gesagt.

Heinz Uelzen, der Vorsitzende des Deichverbandes, sagte gestern, dass er ein Gespräch mit der Rethemer Runde geführt habe. „Wir haben uns arrangiert.“

Manfred Daube, Mitglied der Rethemer Runde, bestätigte das. „Wir wollen die Situation nicht eskalieren lassen.“ Er bedauere, dass die Bänke nicht mehr auf dem Deich stehen. Das Gesetz lasse aber nichts anderes zu. „Wir werden die Bänke anderswo im Park verwenden“, sagte er. Zwei mögliche Standorte seien schon im Gespräch. „Auf dem Deich setzen sich die Leute jetzt mit Decken hin.“ Sie würden auch nach den Bänken gefragt. „Wir hoffen, dass wir zu einer vernünftigen Lösung kommen. Vielleicht mit einem Gespräch am runden Tisch.“

Bürgermeister Frank Leverenz bedauerte das Ganze. „Mir geht es nicht um irgendwelche Schuldzuweisungen.“ Jede der handelnden Personen glaube im Recht zu sein. Das Schlimme sei, dass das Ehrenamt nicht nur mit Unverständnis reagiere, sondern auch Konsequenzen ziehen werde. „In Rethem ist in den vergangenen Jahren etwas gewachsen, worum andere Kommunen uns sicherlich beneiden. Viele Menschen bringen sich in den verschiedensten Vereinen ein und halten Rethem dadurch attraktiv.“ Er erwähnte den Burghof- und den Sportverein, das Forum und Wodoho, aber auch die Rethemer Runde oder das Grüne Rethem. „Gerade aus diesen Gruppierungen heraus werde ich immer wieder angesprochen, warum es hier keine Möglichkeit gibt, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam nach einer vernünftigen Lösung zu suchen.“

In vielen Gemeinden gebe es Bänke auf den Deichen. „Die Fahrradtouristen, aber auch viele Rethemer und deren Gäste haben diese Bänke als eine willkommene Abwechslung bei Spaziergängen gesehen.“ Er habe den Eindruck, dass man sich hinter Richtlinien und Paragrafen verstecke. „Wir müssen aufpassen, dass wir mit solchen Nichtigkeiten nicht die Weiterentwicklung stören oder sogar kaputt machen. Rethems Außenwirkung hat in den vergangenen Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen. Ich würde mir wünschen, dass die handelnden Personen ein Einsehen haben und gemeinsam eine Lösung finden.“

sal

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