Antik-Paradies in Rethem

Sabine und Alexander Prenzel: „Alten Sachen wieder einen Sinn geben“

Sabine Prenzel mit einem alten Schmuckstein.
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Sabine Prenzel mit einem alten Schmuckstein. Bei ihr gibt es zahlreiche Schätze zu finden.

Rethem/Hodenhagen – Die alte Zinkwanne ist besonders schön, die Blaustein-Tröge aus Belgien auch und der riesige Torbogen, der gut in den Eingang eines Schlosses passen könnte… Die Liste der Wunschobjekte wird nach einem Besuch des Rethemer Unternehmens „Historische Baustoffe Prenzel“ oft länger als sie vorher war. Das Angebot der Hodenhagener Sabine und Alexander Prenzel auf ihrem Betriebsgelände in Rethem ist vielfältig.

Es handelt sich um ein kleines Antik-Paradies für alle, die sich für ältere Baustoffe und mehr begeistern können.

Prenzels kaufen alte Gegenstände, arbeiten sie auf und verkaufen sie

Prenzels holen aus ganz Deutschland und aus umliegenden europäischen Staaten Gegenstände aus alter Zeit in die Allerstadt, arbeiten sie auf und verkaufen sie. Die bei der Renovierung des alten Walsroder Amtsgerichts benötigten historischen Lüftungsklappen wurden in Rethem gefunden.

Ein Powerteam erwartet die Besucher auf dem riesigen Betriebsgelände am Galgenberg. Hier hat das Unternehmen eine moderne Halle und andere Lagergebäude errichtet und will noch weiter wachsen, um alle Materialien gut lagern zu können.

Sabine Prenzel hat bis zu 18 Helferinnen und Helfer im Einsatz. Die Niederländerin Linda Idelenborg, eine enge Freundin des Hauses, hat hier ihren Traumjob gefunden Wenn eine ihrer Mitarbeiterinnen den Gabelstapler fahre, mache mancher Besucher große Augen. „Wir putzen jeden Stein, der angeliefert wird“, so Sabine Prenzel.

Allein 100 000 sogenannte Reichssteine

Sie hat früher in der Landkreisverwaltung gearbeitet. Frauenthemen waren damals ihr Job. Nebenbei habe sie angefangen, antike Materialien zu sammeln und aufzubewahren. „Wir sind heute eine Wegwerfgesellschaft geworden. Ich möchte die alten Sachen erhalten, möchte ihnen wieder einen Sinn geben und freue mich über jeden Stein, den wir wieder abgeben können.“ Bei Prenzels in Rethem lagern allein 100 000 sogenannte Reichssteine, gut wiederzuverwenden beispielsweise im Garten oder bei der Restaurierung alter Gebäude.

Kürzlich berichtete die NDR-Fernsehreportage „Nordtour“ in einem längeren Fernsehbeitrag über das Antik-Unternehmen, war dabei, als die Prenzels in der Nähe von Nienburg ein Altenteiler-Haus abtrugen. Ganz vorsichtig, Stück für Stück. „Wir wollten möglichst viel davon erhalten.“ Was dabei übrig geblieben ist, liegt auf dem Rethemer Betriebsgrundstück und wird Zug um Zug aufgearbeitet. Es handelt sich um uralte Eichenbohlen, Teile eines Kornspeichers, der sich mitten in dem Gebäude befunden hat und mehr.

Die Vergangenheit begegnet den Prenzels auf Schritt und Tritt und immer wieder gibt es neue Facetten. So sind Balken und Türen mit alten Schriftzügen ins Haus gekommen, eine aus dem Jahr 1701. Die Prenzels bewahren auch die wunderbare Eingangstür der ehemaligen Gaststätte Leseberg in Hodenhagen auf. Darüber hinaus finden sich historische Dachziegel, runde Gussfenster, feinste Bodenfliesen aus Frankreich oder altes Kopfsteinpflaster, auf dem vor zig Jahren Kutschen gefahren sein dürften. Aber auch viele Kleinteile, die Sammlerfreunde begeistern können. Und fast vergessene Radiatoren, die von den Prenzels aufgearbeitet wurden. Das Ehepaar arbeitet eng mit ansässigen Unternehmen zusammen. Auch wenn es um alte Zäune aus verschiedenen Materialien geht. „Wir haben noch viel vor“, sagt Sabine Prenzel.

Sohn Hendrik hat gerade ein eigenes Unternehmen gegründet; er will Recycling- Produkte finden und anbieten. Auch an ihm ist die Lust an alten Baustoffen nicht vorbeigegangen.

Alle Prenzels haben übrigens eine zweite große Leidenschaft: Sie gehören der Hodenhagener Feuerwehr an, Alexander Prenzel war sogar lange Zeit Gemeindebrandmeister.  mü

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