„Alles soll bleiben, wie es ist“

Gemeinderat Böhme äußerst sich zum Thema Fusion

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Bekommt die Gemeinde Böhme irgendwann neue Ortsschilder mit der Zugehörigkeit zu Hodenhagen oder Walsrode?

Böhme - Die künftige Entwicklung der kommunalen Strukturen will Böhmes Bürgermeister Gert Jastremski ganz ohne Zeitdruck und ergebnisoffen diskutierten. Allerdings sind ihm die Kosten für eine etwaige Fusion bewusst. „Die Summe ist untragbar und schwächt unseren finanziellen Rahmen“, sagte Jastremski auf der Sitzung des Gemeinderates Böhme am Dienstag. Im Raum stehe ein Betrag von 500.000 Euro.

Es lägen drei Alternativen auf dem Tisch: Entweder bleibe alles so, wie es ist oder es gebe mehr interkommunale Zusammenarbeit. Als dritte Möglichkeit mit wiederum zwei Varianten nannte er die Auflösung der Samtgemeinde Rethem mit dem Erhalt der Gemeinde Böhme in der Samtgemeinde Hodenhagen oder bei der Integration in die Stadt Walsrode als Ortsteil und nicht mehr als Gemeinde. „Wir sollten unbedingt als Gemeinde Böhme erhalten bleiben“, sagte Jastremski.

Böhme will nicht für Rethemer Rathaussanierung zahlen

Schon deutlicher wurde Freiherr Matthias von Hodenberg (CDU), der nicht will, dass wegen der kostenintensiven Rathaussanierung in Rethem die Gemeinde Böhme letztendlich die Zeche bezahlen soll. „,Wünsch' dir was' heißt noch lange nicht, dass man das auch bekommt. Das habe ich schon als Kind an Weihnachten gelernt“, so von Hodenberg.

Das Millionenprojekt der Rathaussanierung wird gerne mit dem Fortbestand der Samtgemeinde verquickt, da bei einer Fusion und Auflösung die Schulden der Kommune vom Land Niedersachsen übernommen würden. Gemeindedirektor Cort-Brün Voige wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die Verbindlichkeiten nicht in Luft auflösen würden und die Last immer noch vom Steuerzahler getragen werden müsse. „Beschlüsse zu dieser Frage der kommunalen Struktur können sowieso erst nach der Wahl 2021 gefasst werden, weil die Stadt Walsrode zurzeit intensiv mit der Integration von Bomlitz beschäftigt ist“, erklärte Voige.

Die Auswirkungen einer Fusion wären für den Zentralort Rethem am größten, fuhr er fort. Denn der Verlust des Verwaltungssitzes sei sehr wahrscheinlich und die Unterhaltung eines Bürgerbüros sehr kostspielig. „Der Landesrechnungshof hat kürzlich festgestellt, dass die Personalkosten in der Verwaltung pro Einwohner durch die Fusionen langfristig steigen“, so Voige weiter.

Prognose: Sinkende Einwohnerzahlen

Jastremski forderte eine ehrliche Diskussion über diese wichtige Frage, wies aber auch auf die Notwendigkeit hin, sich wegen des demografischen Wandels intensiv mit den Zukunftsaussichten der Samtgemeinde zu beschäftigen. In einem Modell der Einwohnerentwicklung sei der Samtgemeinde ein Rückgang um 1300 Personen prognostiziert worden. „Zum Glück haben die bisherigen Modelle ihre Voraussagen auch nie eingehalten“, erinnerte sich Voige.

Ratsherr Jan-Frederik Meyer (CDU) sprach sich dafür aus, für die Zukunft unter der Berücksichtigung des demografischen Wandels zu planen. Für den Fall der Veränderung bevorzuge er eine Integration in die Samtgemeinde Hodenhagen. „Der Druck des demografischen Wandels zwingt uns zur Diskussion“, erklärte Meyer.

Die Opposition äußerte sich beim ersten Meinungsaustausch im Gemeinderat nicht zum Thema der künftigen kommunalen Struktur. - lee

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