Für Mutter des Mordopfers aus Rethem

25.000 Euro Schmerzensgeld

Rethem/Verden - Das Landgericht Verden hat der Mutter eines Mordopfers aus Rethem 25.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Die 23 Jahre alte Tochter der Klägerin war im September 2013 in einem örtlichen Getränkemarkt von einem Arbeitskollegen ermordet worden.

„Nach meinem Kenntnisstand ist es der höchste Betrag, der bislang in Deutschland ausgeurteilt worden ist“, sagte Rechtsanwalt Thomas Lasthaus am Freitag auf Nachfrage. Gemeinsam mit Rechtsanwalt Dietmar Rossmann vertritt er die Klägerin.

Eine Begründung des Urteils liegt noch nicht vor. Der verkündete Urteilstenor überraschte nicht, denn recht deutlich hatte sich die 2. Zivilkammer des Landgerichts Verden bei einem ersten Gerichtstermin vor drei Wochen geäußert. Ein „kausaler Zusammenhang“ zwischen der Tat und Erkrankungen der Mutter waren von einem Gutachter im Vorfeld festgestellt worden. „Der Anspruch dürfte bestehen“, so Richterin Dr. Katja Kruschke bei der Sitzung.

Nur die Höhe war strittig

Strittig war vielmehr die Höhe des Schmerzensgeldes. 5 000 Euro waren bereits von dem Beklagten anerkannt worden. Ob der zum Tatzeitpunkt 18-Jährige die fünffache Summe akzeptieren wird, ist noch offen. Eher unwahrscheinlich erscheint es, dass er den Betrag wird zahlen können. Doch darum gehe es der Mutter auch nicht vorrangig, wie Lasthaus gestern erklärte. Vielmehr solle zivilrechtlich verdeutlicht werden, welche Folgen so eine Tat hat.

Strafrechtlich ist der Beklagte im Oktober 2014 zu einer 13-jährigen Jugendstrafe wegen Mordes bei vorbehaltener Anordnung der Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Was bis dato im Jugendstrafrecht ebenfalls einmalig gewesen sein soll.

wb

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