Radioaktivität und Säure

Es gab eine Menge zu koordinieren.

Walsrode - FULDE · Rund 100 Einsatzkräfte aus dem gesamten Heidekreis nahmen an einer umfangreichen Übung der Kreisfeuerwehrbereitschaft Umwelt an einem Bohrturm in Fulde teil.

Bei Reparaturarbeiten an einem 60 000 Liter fassenden Salzsäuretank war es zu einem Leck gekommen. Dabei wurden zwei Arbeiter verletzt. Außerdem lief aus einem weiteren Gefäß Salpetersäure aus. Es kam zu einer chemischen Reaktion mit Bildung von gefährlichen Dämpfen.

Ein Arbeiter in der Nähe verlor durch die Dämpfe das Bewusstsein, zwei weitere Angestellte unterbrachen ihre Aufgabe, mittels eines radioaktiven Strahlers diverse Materialkontrollen durchzuführen. Sie verließen den Gefahrenbereich, ohne den Strahler vorschriftsmäßig zu verpacken. Dadurch wurden unkontrolliert Iridium-192-Strahlen in Höhe von zwei Giga-Bequerel abgegeben.

Der Fulder Ortsbrandmeister Ralf Köhler war Gesamteinsatzleiter und wurde von Mitarbeitern der Exxon Mobil und dem Bereitschaftsführer Rainer Seebeck unterstützt. Nach der ersten Erkundung und Absprache mit den Beratern stand die Menschenrettung im Vordergrund, allerdings unter Beachtung der Eigensicherung der Helfer.

Der Gefahrenbereich wurde weiträumig abgesperrt, dann beschäftigten sich mehrere Trupps des Fachzuges Gefahrgut in Chemieschutzanzügen mit der Rettung. Zwei Arbeiter konnten nur noch tot geborgen werden. Die Einsatzkräfte retteten einen verletzten Handwerker und zwei während der Arbeiten verunglückte Feuerwehrmänner aus Fulde. Sie wurden dem Rettungsdienst übergeben. Danach dichteten die Einsatzkräfte die Leckagen an den Tanks ab.

Alle im Gefahrenbereich eingesetzten Helfer und die Verletzten mussten dekontaminiert (von Schadstoffen gereinigt) werden. Das übernahm der Fachzug Dekontamination.

Parallel dazu beschäftigte sich der Fachzug Messen & Spüren mit ersten Ermittlungen zur Erkundung der atomaren Gefahr. Es konnte keine Strahlung festgestellt werden, so dass ein Trupp des Fachzuges Atem- und Strahlenschutz mit entsprechender Schutzkleidung eingesetzt werden konnte. Dieser fand den radioaktiven Strahler und legte ihn in den sicheren Aufbewahrungsbehälter. Der Trupp wurde „freigemessen“, bevor er den Gefahrenbereich verlassen durfte.

Nach rund zwei Stunden waren alle Aufgaben erledigt. Beim nachfolgenden Antreten bedankten sich der stellvertretende Kreisbrandmeister Thomas Ruß, der Exxon-Mobil-Vertreter Axel Heinz Bodenstab sowie Rainer Seebeck und sein Stellvertreter Hans-Ulrich Baden für die geleistete Arbeit. Es wird schnellstens eine Nachbesprechung mit den Einheitsführern geben, um die Erfahrungen, eingeleiteten Maßnahmen und Probleme zu analysieren, damit die Ehrenamtlichen im Ernstfall noch effektiver helfen können.

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