Frühjahrsmesse Arbeit-Bildung-Zukunft / Thema „Integration von Migranten“

Putzende Akademikerinnen

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Auf dem Podium diskutierten Fachleute zum Thema Integration und Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse: Volker Linde, IHK Lüneburg, Migrationsbeauftragter Christian Wüstenberg, Unternehmer Ersin Kocabas, Moderatorin Antje Diller-Wolff, Sabine Mix, Agentur für Arbeit Celle, Englisch-Dozentin Zdenka Burianová und Karin Thorey, KooStelle (v.l.). ·

Walsrode - Von der Akademikerin zur Putzfrau, ein Schicksal, das viele hoch gebildete Frauen mit Migrationshintergrund erfahren haben, als sie auf den deutschen Arbeitsmarkt kamen. Zwar hat sich einiges geändert, weil es seit einem Jahr ein Bundesgesetz gibt, das die Gleichstellung ausländischer Berufsabschlüsse regelt. Aber noch gibt es Probleme, Ansprechpartner und Hilfen zu finden. Hierbei Unterstützung zu bieten, war eines der wesentlichen Ziele der zweiten Frühjahrsmesse „Bildung-Arbeit-Zukunft“ gestern in Walsrode.

Zahlreiche Anbieter von Bildung und Ausbildung sowie verschiedene Fördereinrichtungen und Netzwerke präsentierten sich auf der Messe im evangelischen Gemeindezentrum.

Als Besucher waren speziell Eltern mit Kindern unter drei Jahren, allein Erziehende und Migranten angesprochen, die sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt bewegen möchten.

Karin Thorey, eine der Hauptorganisatorinnen der Messe, wies in ihrer Begrüßung auf die Probleme am Arbeitsmarkt hin.

Eine Podiumsdiskussion beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Thema Integration ausländischer Mitbürger in den Arbeitsmarkt und einfachere Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse. Volker Linde, Ausbildungsbeauftragter der IHK Lüneburg-Wolfsburg, stellte die Möglichkeiten der Kammer vor. Die IHK begleite amtlich vorgeschriebene Verfahren, um eine so genannte Gleichwertigkeitsbescheinigung für einen ausländischen Berufs- oder Hochschulabschluss zu erlangen.

Ein typisches negatives Beispiel, wie es immer noch vorkomme, schilderte die gebürtige Tschechin Zdenka Burianová. Sie berichtete, wie sie nach Deutschland gekommen sei und im Alter von 48 Jahren auf dem deutschen Arbeitsmarkt eine ihrer Qualifikation entsprechende Arbeit gesucht hätte. Ihre akademische Ausbildung, die sie berechtigen würde, unter anderem an einer Hochschule zu lehren, und ihr Sprachzertifikat der Universität Oxford/England, hätten ihr damals wenig geholfen. Ihr sei nur einen Job als Putzfrau bei der Lufthansa angeboten worden. Es sei ein steiniger Weg zur Anerkennung ihrer Qualifikation gewesen, erzählte Burianová, die heute in Schneverdingen lebt und Englisch unterrichtet.

Der türkischstämmige Reiseunternehmer Ersin Kocabas aus Walsrode berichtete, dass es schwierig sei, geeignete junge Menschen für eine Ausbildung zu bekommen. Das gelte insbesondere für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Es mangele sehr oft an guter Schulbildung und Sprachkenntnissen.

Deutlich wurde, dass viele Menschen immer noch nicht wissen, an wen sie sich um Hilfe wenden sollen. Sabine Mix, Beauftragte für Chancengleichheit bei der Arbeitsagentur Celle, wusste Abhilfe. Sie und ihre Kolleginnen würden über ein großes Netzwerk verfügen. Sie wären in der Lage, den Betroffenen den richtigen Ansprechpartner zu nennen. Migrationsberater Carsten Schlüter vom Diakonischen Werk Walsrode und Christian Wüstenberg vom DRK Soltau sagten, dass sie ebenfalls in der Lage seien, an dieser Stelle Hilfestellung zu geben. Insbesondere zur Beantwortung von Fragen zur Integration durch Qualifizierung war das IQ Netzwerk Niedersachsen auf der Bildungsmesse vertreten.

Bildungsträger, wie zum Beispiel die Volkshochschule und die Berufsbildenden Schulen, standen mit kompetenten Ansprechpartnern Rede und Antwort. Außerdem gab es Fachvorträge und Infostände · hf

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