KSK Walsrode legt Bilanzzahlen vor / Niedrige Zinsen vermiesen das Geschäft

Prognose: Weniger Erträge

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Der Vorstand: Ernst-Otto Bahr, Tim Nikelski und Axel Lohmeier (von links). ·

Walsrode - Von Erika WennholdDas Bankgeschäft macht seit der Krise offenbar keinen Spaß mehr. Viel zu niedrige Zinsen nützen nur den Häuslebauern, Geldanleger bekommen weniger, als ihnen die Inflation nimmt. Das Geschäft mit Aktien liegt so gut wie brach. Der Vorstand der Kreissparkasse Walsrode kennt die Gründe: „Die Menschen scheuen das Risiko.“

Dennoch ist man zufrieden mit den Bilanzzahlen des Geschäftsjahres 2012. Vorstandsvorsitzender Ernst-Otto Bahr: „Wir setzen auf eine solide, umsichtige und vorausschauende Geschäftspolitik, und das seit nunmehr 175 Jahren.“ Was die Zukunft bringe, sei nur schwer einschätzbar, die KSK Walsrode habe sich mit ihren Rücklagen auf jeden Fall gut vorbereitet.

Und dafür gibt es inzwischen Vorschriften, die von den Banken und Sparkassen eingehalten werden müssen. Manches geht dem Walsroder Geldinstitut jedoch zu weit. Bahr: „Durch die Umsetzung der EU-Maßnahmen sind erhebliche Bürokratiekosten entstanden, die sich im Geschäftsjahr 2012 auf fast 2,4 Millionen Euro erhöht haben.“ Vorstandsmitglied Tim Nikelski ergänzt: „Unsere Berater müssen bei bestimmten Vertragsabschlüssen große Mengen an Information in Papierform an die Kunden aushändigen.“ Das koste Zeit und Ressourcen, bringe dem Kunden aber nichts.

Dennoch fühlen sich mehr Kunden als im Vorjahr bei der KSK Walsrode gut aufgehoben: Immerhin wurden 500 neue Girokonten eingerichtet, und die Einlagen erhöhten sich von 678,2 Millionen auf 692,0 Millionen Euro. Auch bei der Bilanzsumme legte man zu: von 952,1 Millionen auf 960,2 Millionen Euro. Der Bilanzgewinn wird mit 2,069 Millionen Euro (2,044 Millionen Euro) angegeben. Die Kundenkredite gingen leicht zurück, von 614,5 Millionen auf 603,0 Millionen Euro. Für das kommende Geschäftsjahr zeichnet sich ein Rückgang der Ertragslage ab.

Etliche Kunden der Kreissparkasse Walsrode sind Landwirte, die regelmäßig investieren müssen, um ihre Betriebe zu modernisieren. Geschäftsleute halten sich eher zurück beziehungsweise investieren ihre Gewinne gleich wieder und mit Privatkunden ist derzeit kaum noch ein Geschäft zu machen. Bahr: „Es wird nur wenig neu gebaut.“ Das Tochterunternehmen GES kann in den Baugebieten Walsrode, Hodenhagen, Benzen, Hademstorf und Rethem noch 51 Grundstücke anbieten. „Einen positiven Trend gibt es nur noch in Walsrode und Hodenhagen.“

Zwölf neue Auszubildende haben im vergangenen Jahr einen Vertrag bekommen, insgesamt bildet die Kreissparkasse Walsrode 31 Mitarbeiter aus, die in der Regel den Mitarbeiterstamm von 229 erhalten beziehungsweise erhöhen. Seit dem 1. Januar 2012 ist Axel Lohmeier als Stellvertreter Mitglied im Vorstand.

Und investiert wird auch: Zurzeit entsteht ein Blockheizkraftwerk auf dem rückwärtigen Areal an der Moorstraße. Ein Geldautomat wurde erneuert und vom Wiener Platz auf den Parkplatz des Penny Marktes verlegt.

23 SB-Terminals im Geschäftsbereich werden gut frequentiert. Etwa 30 Prozent (Tendenz steigend) nutzen diesen Service bereits, 50 Prozent erledigen ihre Bankangelegenheiten zu Hause am Computer und 20 Prozent nach wie vor manuell.

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