Hubert Burghardt im Allerhof: Ein Kabarettist zum genauen Hinhören

Patriotische Steuerflucht

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Hubert Burghardt im Allerhof. 

Bosse - Der Kabarettist Hubert Burghardt ist eher ein Mann der leisen Töne und gleichzeitig bissig und entlarvend – wenn er zum Beispiel die allenthalben beklagte Steuerflucht als patriotische Aufgabe darstellt. Dazu beherrscht er das Piano und kann sich bei einigen seiner Texte selbst begleiten. Im Allerhof in Bosse präsentierte er sein neues Bühnenprogramm in einer Vorpremiere.

Die Betreiberin des Allerhofes, Kerstin Rodewald-Köhler, ist bekannt dafür dass es ihr immer wieder gelingt, Kultur mit Qualität anzubieten, und so war die Veranstaltung sehr gut besucht. Schon als Burghardt die Zuhörer mit scheinbar flachen Witzen antestete, zeigte sich die Doppeldeutigkeit seiner Sprüche.

Immer wieder Lacher provozierte der Künstler mit Wortspielen. So fragte er zum Beispiel, ob der Spekulatius der Gott der Spekulanten sei, und schon war er beim Thema Banken, Krise und Zocker angelangt. Burghardt erläuterte: Banken geraten durch ihr Zocken in die Krise, werden mit Steuergeldern gerettet, wodurch die Staaten, zum Beispiel Deutschland, klamm in der Kasse werden. Klamme Staaten werden dann durch Kredite von ausländischen Banken gerettet. „Und wo bekommen die Banken ihr Geld her?“, fragte Burghardt das Publikum. „Von Ihrem Schwarzgeld.“ Da erscheine doch Steuerflucht quasi als patriotische Aufgabe, meinte der Kabarettist und sorgte für das eine oder andere Schmunzeln auf den Gesichtern.

Da lag die Frage nicht fern, was denn eine Gehhilfe ist. „Das sind die Abfindungen für geschasste Top-Manager“, so Burghardt.

Weitere Themen stammten mitten aus dem Leben. Was sei schon eine Krise, wenn man sich in seinen Schrebergarten zurückziehen könne – „oder benötigen wir Functional Food, um glücklich zu sein?“

Zwischendurch gab es immer wieder Auftritte von speziellen Typen, wie Gandolf dem Radfahrer, der stotternd versuchte, den Begriff Toleranz zu erklären. Auch diese Figur mit sehr viel Tiefgang.

Die Krönung des zweistündigen Programms war Burghardts Kurzfassung von Shakespeares „Hamlet“. Ein gelungener Abend, der mit reichlich Beifall belohnt wurde. · hf

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