Lauter schwarze Wollknäule auf den noch frostigen Weiden

Osterlämmer bei den Heidschnucken

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Am 25. Februar kam das erste Heidschnucken-Lamm des Jahres in der Öhlerkingschen Herde zur Welt. 

Landkreis - Keine Frage: Morgen ist Ostern, obwohl es draußen noch sehr winterlich anmutet und der eisige Ostwind über die kargen Felder und frostigen Weiden weht. Da schlagen die Menschen beim Spaziergang den Mantelkragen hoch und ziehen die Mütze tief ins Gesicht.

Auch die für die Region typischen Schafe, die Heidschnucken, stehen dicht gedrängt im Wind und versuchen, ihren Osterlämmern Schutz zu geben, so auch am Ortsrand von Bad Fallingbostel, wo die Schnucken von Herdbuchzüchter Wolfgang Öhlerking zusammenstehen.

Die Schnucken von Öhlerking grasen auf den Weiden vor den Toren der Kreisstadt. In diesem Jahr haben sie am 25. Februar mit dem Lammen begonnen. Inzwischen bewegt sich eine stolze Anzahl kleiner schwarzer Lämmer in der Herde.

Ihr typisches Fell in der Farbe ihrer Mütter erhalten sie erst nach zwei Jahren. Der Züchter ist stolz auf seine gesunden Lämmer, die nach und nach seine Herdbuchherde – für Züchter von eingetragen Herdbuchherden gelten strenge Zuchtregeln – verjüngen werden. Die Heidschnucken sind es gewohnt, ihren Nachwuchs ohne Hilfe in der Natur bei jedem Wetter zur Welt zu bringen. Nur manchmal muss der Tierarzt den Schnucken bei der Mutterschaft helfen

In der christlichen Religion, vor allem in der katholischen Liturgie, ist das Lamm ein Symbol für das Menschenopfer, den Kreuzestod von Jesus Christus. Der besonders in Südeuropa verbreitete Brauch, ein Osterlamm zu essen, stammt daher. In anderen Religionen werden oder wurden junge Schafe häufig als Opfertiere verwendet, so im Islam, im alten Judentum vor der Zerstörung des Tempels, bei den Samaritanern und in anderen Glaubensrichtungen des Nahen Ostens.

Die Heidschnucke mit ihrem schönen geschwungenen Hörnern ist untrennbar mit der Lüneburger Heide verbunden. In dem Naturschutzpark kann man sie noch erleben, die Idylle mit dem Schäfer, der Herde und den eifrig umher eilenden Hütehunden. Ohne die Beweidung durch die wandernden Herden gäbe es diese weiträumige Kulturlandschaft nicht mehr. Die Schnucken halten die Heide kurz, so dass sie schön blüht, und sie verhindern eine unerwünschte Verbuschung, weil die Tiere auch die Birkenschösslinge fressen.

Für Kinder sind die Heidschnucken, vor allem die Jungen mit ihrem schwarzen Wollkleid, niedlich anzusehen. Manch Erwachsener mag bei ihrem Anblick aber auch an das Heidschnuckenfleisch mit seinem typischen Geschmack denken.

Denn, was Kinder natürlich nicht so gerne hören wollen, etliche Heidschnucken gehen immer wieder den Weg alles Irdischen. Während die lange, strähnige Wolle nur für grobe Gewebe wie zum Beispiel Teppiche geeignet ist, zählt das Fleisch der Heidschnucke zu den Delikatessen und landet, lecker zubereitet, auf den Speiseplänen der gastronomischen Betriebe der Region oder auf den privaten Esstischen.

Die natürliche Lebensweise der Schafe macht das Fleisch zart, es hat einen wildartigen Geschmack und ist sehr fettarm.

Das Fleisch der Lüneburger Heidschnucke ist mit der Abkürzung „g. U.“ gekennzeichnet. Die geschützte Ursprungsbezeichnung besagt, dass Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Produkts in einem bestimmten geographischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgen. · hf

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