Bulle wird in separatem Gehege gehalten

Nach Nashorn-Angriff im Serengeti-Park: Kusini soll umziehen

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Ein wütender Nashornbulle hat im Serengeti-Park bei Hodenhagen (Niedersachsen) das Auto einer Pflegerin angegriffen und umgeworfen. 

Nach dem Nashorn-Angriff im Serengeti-Park Hodenhagen, soll Nashorn-Bulle Kusini in einen anderen Park umziehen.

  • Nashorn greift im Serengeti-Park Hodenhagen Tierpflegerin an
  • Besucher filmt die Attacke des Nashornbullen Kusini
  • Serengeti-Park will Nashorn an Zoo abgeben
  • Verletzte Tierpflegerin kehrt in Serengeti-Park zurück

Update, 6. September: Nach dem Nashorn-Angriff im Serengeti-Park Hodenhagen arbeitet die dabei leicht verletzte Tierpflegerin wieder im Park. Sie habe den Dienst wieder aufgenommen, bestätigt Park-Sprecherin Asta Knoth gegenüber kreiszeitung.de* am Freitag.

Serengeti-Park-Nashorn soll neue Heimat erhalten

Das Nashorn Kusini befand sich seit etwa einem Jahr in der Eingewöhnungsphase im Serengeti-Park Hodenhagen. Nach dem Vorfall entschied der Park, das Tier abzugeben. Im Moment sei der europäische Zuchtkoordinator für Breitmaulnashörner damit beschäftigt, einen geeigneten Tierpark für den Bullen zu finden. Wie lange das noch dauert, könne Sprecherin Asta Knoth nicht sagen.

Bis dahin wird Kusini in einem separaten Gehege gehalten.

Update, 2. September: Eine geschockte Mutter, die den Vorfall miterlebte, äußerte sich inzwischen auf Bild.de. Sie habe den Fahrer angefleht ihres Jeeps, bitte wegzufahren. Dieser blieb aber stehen. Sie hielt den Kindern dann unter Todesangst die Augen zu.

Serengeti-Park-Fahrer entscheidet sich zum Stehenbleiben

Warum der Jeep nicht weitergefahren sei erklärt die Pressesprecherin des Serengeti-Parks Hodenhagen, Asta Knoth: „ In diesem Fall hat unser Mitarbeiter sich entschieden, mit seinem Fahrzeug stehenzubleiben, um die Aufmerksamkeit des Nashornes Kusini nicht auf seinen Jeep zu lenken. Da sich das Nashorn in unmittelbarer Nähe zum Stalleingang befand, war es die richtige Entscheidung, das Fahrzeug mit den Gästen nicht in die Laufwege des Tieres zu lenken.“

Update, 28. August: In einem Statement nimmt der Serengeti-Park Hodenhagen jetzt Stellung zu dem Vorfall mit einem Nashorn.

Asta Knoth, Pressesprecherin des Serengeti-Park Hodenhagen, äußert sich darin betroffen. Bisher habe das Nashorn zu keinem Zeitpunkt Anzeichen aggressiven Verhaltens gegenüber Fahrzeugen des Parks gezeigt. Warum der Bulle am Sonntagabend das Fahrzeug der Tierpflegerin angegriffen habe, sei für den Serengeti-Park Hodenhagen zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Hierzu soll die betroffene Tierpflegerin, die seit vielen Jahren mit Nashörnern arbeitet, nach ihrer Genesung befragt werden.

Bei dem Breitmaulnashorn Kusini handele es sich um ein Tier, das vor etwa einem Jahr von einem anderen Zoo gekommen sei und sich derzeit noch in der Eingewöhnungsphase befinde.

Serengeti-Park Hodenhagen: Breitmaulnashorn muss Park verlassen

Breitmaulnashorn Kusini kannte nach Angaben des Serengeti-Parks Hodenhagen aus seiner vorherigen Haltung das Leben in einer Freianlage mit durchfahrenden Autos nicht. Aus diesem Grund wurde er zur schrittweisen Eingewöhnung immer nur ohne die restliche Herde, die seit vielen Jahrzehnten täglich in der Anlage ist, außerhalb der Öffnungszeiten für private Autos auf die Anlage gelassen. Hier wurde mit ihm geübt, auf Aufforderung und unter Leitung der Pfleger aus ihren Fahrzeugen heraus wieder in den Stall zu gehen.

Ein Tier, von dem eine potentielle Gefahr ausgehe, könne allerdings nicht dauerhaft in der Obhut des Serengeti-Parks Hodenhagen bleiben. Es werde bereits nach einem passenden Zoo oder Tierpark gesucht, der Breitmaulnashorn Kusini zeitnah in seine Herde aufnehmen kann.

Serengeti-Park entschuldigt sich bei Gästen

Weiter heißt es in dem Statement des Serengeti-Parks Hodenhagen: „Bei den Gästen, die in unserem letzten Dschungel-Safari-Jeep des Tages Augenzeugen dieses Vorfalles wurden, möchten wir uns in aller Form entschuldigen!“

Breitmaulnashörner im Serengeti-Park

Der Serengeti-Park Hodenhagen in Niedersachsen ist 22 Hektar groß und beherbergt etwa 1500 Tiere, darunter Löwen, Tiger, Nashörner, Elefanten und Antilopen. Nashörner können über 50 Stundenkilomer schnell laufen und werden zwischen 35 und 50 Jahren alt. Breitmaulnashörner sind die zweitgrößten Landsäugetiere der Erde, Bullen können bis zu 1,6 Tonnen wiegen. Seit 1974 wurden nach Angaben des Parks über 40 Jungtiere geboren.

Ursprüngliche Meldung vom 27. August

Hodenhagen - Ein wütender Nashornbulle hat im Serengeti-Park bei Hodenhagen (Niedersachsen) das Auto einer Pflegerin angegriffen und umgeworfen. 

Die Frau sei bis auf blaue Flecken nicht verletzt worden, sagte Park-Geschäftsführer Fabrizio Sepe am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Parkbesucher filmt Nashorn-Attacke im Serengeti-Park

Ein Besucher, der auf einem parkeigenen Jeep durch das Gelände im Serengeti-Park Hodenhagen gefahren war, filmte die Attacke des 30 Jahre alten Bullen Kusini. Das Video wurde von der „Bild-Zeitung“ veröffentlicht. 

Sepe sagte, es sei unklar, was den tonnenschweren Nashornbullen am Montagabend so in Wut versetzt habe. Kusini rammte den Kleinwagen der Pflegerin so heftig, dass dieser sich dreimal überschlug.

Serengeti-Park-Pflegerin rettet sich nach Angriff in anderes Auto

Sie rettete sich in ein Auto von Kollegen, die ihr zu Hilfe kamen. „Den Besuchern hätte nichts passieren können“, stellte Sepe klar. Seinen Angaben nach lebt der Bulle seit anderthalb Jahren im Serengeti-Park Hodenhagen und wird noch eingewöhnt.

Er dürfe nur morgens und abends in das Gelände, wenn dort parkeigene Fahrzeuge unterwegs seien, aber keine Besucher mit ihren eigenen Wägen. 

Ein Nashorn attackierte im Serengeti-Park in Hodenhagen eine Tierpflegerin, die im Auto unterwegs war.

Nashornbulle für Serengeti-Park wohl ungeeignet

Kusini sei ein „ganz wertvolles Tier“ und hätte im Serengeti-Park Hodenhagen zur Zucht eingesetzt werden sollen, sagte der Geschäftsführer. Er sei aber wohl nicht tauglich für einen Safaripark und solle an einen Zoo abgegeben werden.

Weitere Nachrichten aus dem Serengeti-Park:

Erst im Juli 2019 starb im Serengeti-Park Deutschlands ältestes Breitmaulnashorn Doris, berichtet kreiszeitung.de* Sie wurde mehr als 50 Jahre alt.

Im Mai wurde in dem Serengeti-Park ein Tierpfleger verletzt, der aus Versehen in ein Gehege mit zwei Löwen geraten war.

*kreiszeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

mit dpa-Material

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