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Gas im Heidekreis: Förderung möglicher Funde Ende 2024

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Gegen Bohrungen protestierten Vertreter des Aktionsbündnisses vor dem Kreishaus in Bad Fallingbostel.
Gegen Bohrungen protestierten Vertreter des Aktionsbündnisses vor dem Kreishaus in Bad Fallingbostel. © Klaus Müller

LBEG und Vermilion informieren über Gasbohrungen im Heidekreis...Das Aktionsbündnis gegen Gasbohrungen protestiert mit Mahnwache....

Fallingbostel – Zwei im Heidekreis geplante neue Gasbohrungen wurden auf Einladung des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) im Kreishaus in Bad Fallingbostel vorgestellt. Vor Ort waren Vertreter des LBEG und der deutschen Tochter des kanadischen Konzerns Vermilion Energy. Zudem nahmen Helma Spöring, Bürgermeisterin der Stadt Walsrode, Jörg Peters, Bürgermeister der Gemeinde Wietzendorf sowie Landrat Jens Grote, Erster Kreisrat Oliver Schulze und Beschäftigte der zuständigen Fachbehörden des Heidekreises an dem Treffen teil.

Vorgestellt wurden in Bad Fallingbostel die geplante Aufsuchungsbohrung

Vorgestellt wurden in Bad Fallingbostel die geplante Aufsuchungsbohrung auf dem vorhandenen Bohrplatz bei Kroge und die geplante Gewinnungsbohrung als Erweiterungsbohrung auf dem vorhandenen Bohrplatz Osterheide bei Meinholz, am Rande des Truppenübungsplatzes, schreibt der Landkreis in einer Pressemitteilung.

Beide Bohrungen sollen im Falle der Genehmigung der noch vorzulegenden Betriebspläne als sogenannte Ablenkbohrungen von den bereits bestehenden Bohrplätzen bis in etwa 4 500 Meter Tiefe in den Rotliegend-Sandstein unterhalb der dort befindlichen Salzstöcke durchgeführt werden.

Gebohrt wird im Heidekreis bis in etwa 4500 Meter Tiefe

Die genehmigungsrechtliche Bearbeitung beider Bohrungen befindet sich zurzeit im Rahmen der Umweltverträglichkeits-Vorprüfung. Nach Vorliegen und bei Genehmigung aller erforderlichen Betriebspläne plant Vermilion die Ertüchtigung der beiden vorhandenen Bohrplätze im Frühjahr.

Mit einer Förderung möglicher Gasfunde wird für das vierte Quartal 2024 gerechnet. Laut Aussage der Unternehmensvertreter könnten im Fall einer erfolgreichen Bohrung mit den geförderten Mengen bis zu 160 .000 Haushalte mit Gas versorgt werden.

Fracking, also eine Tiefenbohrung, bei der das Gestein in der Lagerstätte mit hohem Wasserdruck aufgebrochen wird, ist weder geplant noch beantragt, heißt es weiter.

Genehmigungsbehörde für die Betriebspläne ist das LBEG. Der Heidekreis wird beteiligt, sofern Zuständigkeiten der Unteren Naturschutzbehörde oder Unteren Wasserbehörde berührt sind. Dazu steht Landrat Jens Grote im Austausch auch mit Olaf Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr, Bauen und Digitalisierung.

Die Kreisverwaltung begrüßt die Absicht der Firma Vermilion, die Öffentlichkeit über die geplanten Bohrungen Anfang des Jahres zu informieren und die auftretenden Fragen sachlich und ausführlich zu beantworten. Vermilion wird rechtzeitig über die Termine und die Veranstaltungsorte informieren.

Im Rahmen des Termins tauschten sich die Teilnehmenden auch über mögliche Nachnutzungsmöglichkeiten der Bohrungen für Geothermieprojekte aus.

Das Aktionsbündnis gegen Gasbohrungen im Heidekreis fand sich am selben Tag vor der Kreisverwaltung zu einer Mahnwache zusammen. „Wir konnten mit einigen Passanten sprechen. Und die vielen Autofahrer haben uns auch gesehen und teilweise den Daumen hoch gezeigt“, sagte der Sprechers des Aktionsbündnisses, Hans-Heinrich von Hofe.  mü

Hintergrund

Aus den Erdgasförderfeldern des Heidekreises (Dethlingen, Hamwiede, Imbrock, Soltau/Friedrichseck, Idsingen) wurden 2021 über 11 Fördersonden circa 233,3 Millionen Kubikmeter Rohgas gewonnen, das nach Aufbereitung unter anderem in die rund 23,3 Milliarden Kubikmeter Gas fassenden Erdgasspeicher geleitet wurden. Damit ist die Erdgasproduktion des Heidekreises 2021 mit rund einem Prozent am Gesamtvolumen der deutschen Erdgasspeicher beteiligt. Insgesamt förderte Niedersachsen im Jahre 2021 circa 5,4 M Milliarden Kubikmeter Erdgas; der Anteil der Heidekreis-Erdgasproduktion daran lag 2021 bei 4,3 Prozent (Quelle: LBEG, Erdöl und Erdgas in der Bundesrepublik Deutschland 2021, Hannover 2022).

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