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Kriminalstatistik 2021: Mehr Straftaten im Internet

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Drei Männer, der in der Mitte mit Uniformhose und -hemd, vor einem Gebäude mit blauem Polizeischild.
Präsentierten die Kriminalstatistik 2021 (v.l.): Rüdiger Strahl, Leiter der Analystestelle, Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, und Dirk Ebel, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes. © Müller

Die Polizeiinspektion Heidekreis hat im vergangenen Jahr weniger Taten und eine leicht gestiegene Aufklärungsquote verzeichnet. Spuren bei den Kriminalfällen haben die Pandemie und die neuen Medien hinterlassen. So hat es weniger Wohnungseinbrüche aber mehr Eigentumsdelikte gegeben.

Soltau – Er war zufrieden, der Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis, Stefan Sengel, als er gestern gemeinsam mit Dirk Ebel, Leiter des Kriminaldienstes, und Rüdiger Strahl, Leiter der Analysestelle der Polizei, die Kriminalstatistik des Heidekreises für das Jahr 2021 vorstellte.

„Wir haben etwas weniger Taten als im Vorjahr registrieren können. Die Aufklärungsquote ist leicht gestiegen. Unsere Beamtinnen und Beamten haben sehr gute Arbeit geleistet.“ Etwa 2 000 Fälle würden zurzeit noch als ungelöst gelten, aber damit könne man insgesamt zufrieden sein.

Die Pandemie und die neuen Medien hätten Spuren bei den Kriminalfällen hinterlassen. „Wohnungseinbrüche sind sicherlich durch die Arbeit zu Hause, aber auch durch ständige Aufklärung der Beamten vor Ort zurückgegangen.“ Die Zahl der Eigentumsdelikte sei leicht erhöht.

Auf neue Themen und neue Ideen von Tätern einrichten

Ein gutes Jahr, das die Polizei aber nicht absolut zufrieden stellt. „Wir müssen uns auf neue Themen einrichten, auf neue Ideen von Tätern“, mahnte Stefan Sengel. Dafür sei die Polizeiinspektion Heidekreis sehr gut aufgestellt.

Viele Taten im Bereich der Betäubungsmittel

Ein hohes Niveau haben die Zahlen im Bereich der Betäubungsmittel erreicht. Jede Woche werde über erfolgreiche Kontrollen der Polizei im Heidekreis berichtet. Hier seien die Beamten genau so am Ball wie auf dem weiten Feld der Betrugsfälle, die stark zugenommen hätten. Sengel sprach auch – bedingt wohl durch die steigenden Treibstoffpreise – von mehr Tankbetrügereien. „Der Mut nimmt offensichtlich zu“, aber auch die Aufklärungsquote habe erhöht werden können.

Kräftiger Anstieg bei Internetkriminalität

„Cybercrime“, Straftaten im Zusammenhang mit Kunden und Daten im Internet, seien kräftig angezogen. Hunderttausende Euro würden auf diesem Wege bereits heute unterschlagen, oftmals durch Firmen, die aus dem Ausland agierten. „Wir können hier nur warnen und aufklären“, sagt Rüdiger Strahl.“ Meistens werde vergessen, bei einer Zustimmung einen Screenshot zu machen. Und dann sei alles sowieso zu spät. Ein Thema, das auch im Heidekreis immer häufiger auftauche.

290 Schockanrufe bei meist älteren Menschen

Insgesamt 290 Schockanrufe bei meist älteren Menschen hätten die Beamten im Heidekreis im vergangenen Jahr verzeichnet. Hier versuche die Polizei, mit gezielten Maßnahmen aufzuklären und alle Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit aufzufordern. „Wir arbeiten bereits mit den Banken zusammen und haben kürzlich einen entsprechenden Flyer herausgegeben.“

Immer mehr pornografische Schriften

Ein weiteres wichtiges Thema sei, dass immer mehr pornografische Schriften im Umlauf seien. Dieses Problem möchte die Polizei im Heidekreis besonders intensiv angehen. Sie bittet die Mitbürger, sich zu melden, wenn festgestellt wird, dass bei Kindern und Jugendlichen pornografische Bilder und Texte im Umlauf sind. „Wenn beispielsweise ein Schüler solche Bilder weiterzeigt, begeht er eine Straftat. Die Eltern können entsprechend belangt werden“, warnte Sengel. Man müsse verhindern, dass die bestehenden, leider aus vielen Kanälen kommenden Angebote, weiterverbreitet würden. „Das darf nicht sein.“

Angesprochen wurde zuletzt das Thema der häuslichen Gewalt. Nach Auskunft der Polizei soll die Zahl der gemeldeten Taten im Vergleich zum vergangenen Jahr nur leicht gestiegen sein. Allerdings gebe es hier neue Rahmenbedingungen, die die strafbaren Handlungen erweiterten. Für die Polizei sei dies oft schwierig einzuschätzen.  mü

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