Detlef Gieseke forderte: „Keine Spenden von den Hells Angel annehmen“

Keine neuen Erkenntnisse trotz hitziger Diskussion

Django, Pressesprecher der Hells Angel (l.), sprach zu den versammelten Gästen. Neben ihm nahmen Frank Hanebuth, Michel Heer und Wolfgang Heer Platz (v.l.).

Walsrode - (wb) · Wie gefährlich sind die Hells Angels?“, zu diesen Fragen wollte der Walsroder Grünen-Ratsherr Detlef Gieseke eine Diskussion anstoßen und hatte für Mittwochabend in die Walsroder Stadthalle eingeladen.

Diese war mit rund 500 Personen am Ende voll besetzt, Gieseke unterstrich noch einmal seine Forderung, dass man von Mitgliedern der Hells Angels keine Spenden annehmen solle, weil man nicht wisse, wo diese herkommen.

Im Kern geht es um Wolfgang Heer, Bordellbetreiber und Mitglied bei den Höllen-Engeln. Heer selbst hatte sich schon im Vorfeld zu der Veranstaltung angekündigt.

Überrascht schien man dann von dem Erscheinen diverser Rocker und besonders von Frank Hanebuth, Geschäftspartner und Freund Heers. Der Hannoveraner gilt als mächtigster Hells Angel, zumindest in Norddeutschland.

Selbstbewusst räumten die Männer erst mal die scheinbar überflüssigen Reservierungszettel in der ersten Reihe weg und rückten damit dichter an Gieseke, die Journalistin Christine Kröger, Silke Stokar (bis 2009 innenpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag) und den Kreistagsabgeordneten der Grünen, Holger Stolz.

Detlef Gieseke war zufrieden.

Wer die Berichterstattungen über die Hells Angels in den letzten Wochen und Monaten verfolgt hat, erfuhr nichts Neues. Allerdings entbrannte eine sehr lebhafte und auf beiden Seiten teilweise sehr polemisch geführte Diskussion, bei der so mancher im Publikum erstmal geduldig warten musste, bis er überhaupt das Wort ergreifen durfte. Ihm gehe es nicht um Wolfgang Heer als Person, betonte Gieseke, kritisierte aber nicht nur, dass man dessen Spenden annimmt, sondern auch, dass dessen Security-Firma bei Veranstaltungen, wie dem Walsroder Mittwoch, den Wachdienst übernimmt. „Ich finde es unerträglich, dass der Sicherheitsdienst von einer Organisation übernommen wird, die von der Polizei als sehr gefährlich angesehen wird“, so Gieseke, der dafür viel Applaus erntete.

Den schenkte man aber auch Heer. Bereits seit 1971 spendete er in vielen Bereichen, erklärte er, und das lasse er sich nicht verbieten. Grund sei seine Herkunft aus einer sozial schwachen Familie. „Ich habe keinen Heiligenschein, aber das ist meine Lebenseinstellung.“

Man ließ ihn sagen, was er sagen wollte, später bekam er jedoch kaum die Chance, auf Kritik zu reagieren. Mehr zu den Red Devils, die sich in einem seiner ehemaligen Bordelle in Schneeheide eingerichtet haben, und ein weiterer Grund für die von Gieseke geforderte Diskussion sind, erfuhr man in der zweieinhalbstündigen Veranstaltung nicht. Die Supporter der Hells Angels seien ein eigenständiger Motorradclub mit etwas mehr als zehn Mitgliedern, erklärte Heer auf Nachfrage.

Mitunter geriet Veranstaltung zur Posse. Da wurden dann plötzlich Themenbereiche wie Jugendkriminalität, Kampfsportgruppen und Aidsprävention mit eingebracht oder ein Betriebsrat für Heers Betriebe gefordert. Einer im Publikum sagte, er vermisse die Stimmen des Rates oder der Kirche. Vermisst wurde auch Walsrodes Bürgermeisterin Silke Lorenz, die inzwischen mit Hilfe des Verdener Landgerichts erreichen will, dass Gieseke die Behauptung unterlässt, dass sie sich mit Wolfgang Heer und dessen Sohn Michel duze. Am Dienstag wird darüber verhandelt. Giesekes Fazit: Er habe eine Diskussion in Gang setzen wollen und das sei ihm gelungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Bedrückende Bilder: Das blieb nach dem verheerenden Brand von Thomas Gottschalks Villa übrig

Bedrückende Bilder: Das blieb nach dem verheerenden Brand von Thomas Gottschalks Villa übrig

Die üppigen Gehälter von Neuer, Müller & Co. 2018

Die üppigen Gehälter von Neuer, Müller & Co. 2018

Jugend-Stil und Tempo: 3:0 gegen Russland macht Hoffnung

Jugend-Stil und Tempo: 3:0 gegen Russland macht Hoffnung

Ausbildungsmesse an den BBS Rotenburg - der Donnerstag

Ausbildungsmesse an den BBS Rotenburg - der Donnerstag

Meistgelesene Artikel

Ferkel sterben in brennendem Stall

Ferkel sterben in brennendem Stall

Gründerwoche im Heidekreis: Kostenlose Veranstaltungen für Gründer und Jungunternehmer

Gründerwoche im Heidekreis: Kostenlose Veranstaltungen für Gründer und Jungunternehmer

Laubhark-Aktion im Rethemer Londypark

Laubhark-Aktion im Rethemer Londypark

Zu schnell bei Regen unterwegs: Auto gerät in Gegenverkehr

Zu schnell bei Regen unterwegs: Auto gerät in Gegenverkehr

Kommentare