Informationsabend zum Thema Südlink mit mehr als 200 Teilnehmern

Vahldiek: „gezinkte Karten“

Die Zahl der Stühle im Gasthaus „Zur Linde“ reichte nicht für alle der zahlreichen Besucher.
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Die Zahl der Stühle im Gasthaus „Zur Linde“ reichte nicht für alle der zahlreichen Besucher.

Altenwahlingen - Das Thema „Südlink“, die geplante Stromtrasse von Nord- nach Süddeutschland, scheint offensichtlich vielen Menschen der Region unter den Nägeln zu brennen. Das war schon 15 Minuten vor Beginn des Infoabends, zu dem die Initiative „Pro Dorf“ eingeladen hatte, mehr als deutlich. Die Sitzplätze im Gasthaus „Zur Linde“ in Altenwahlingen reichten nicht aus, pausenlos wurden Stühle herangeschleppt. Den letzten Besuchern blieben nur Stehplätze.

Der erste Vorsitzende Bernd Vahldiek stellte die Initiative Pro Dorf kurz vor. Es gehe besonders um die Erhaltung und Förderung von Entwicklungen, die im Einklang mit dem Naturschutz und der Umwelt ständen. Sie wollten nicht tatenlos zusehen, „wie andere über unser Wohlergehen entscheiden“.

Es wurde schnell deutlich, dass es schwer werden würde, einen roten Faden in die Diskussion zu bekommen. Klar wurde, dass die Bürger großen Informationsbedarf haben, was das Vorhaben und dessen Auswirkungen auf ihre Heimatorte betrifft.

Vahldiek kritisierte, dass seitens der Vertreter sowohl der Samt- als auch Einheitsgemeinden bisher im Hinblick auf Südlink nur halbherzige Reaktionen zu verzeichnen gewesen seien.

Der attackierte Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige wies darauf hin, dass der Stromnetzbetreiber Tennet nach der Bürgerbeteiligung 90 Vorschläge für die Trassenführung vorgelegt habe.

Die Alternativen 84 und 85, die die Samtgemeinde Rethem betreffen, lagen den Anwesenden vor. Sie seien ziemlich schlurig entworfen worden, kritisierte Vahldiek. Er sprach von „gezinkten Karten“. So seien zum Beispiel bestimmte Einzelgehöfte oder der Windpark nicht eingezeichnet worden. Es handele sich aber bislang nur um Vorschläge, die in einer Antragskonferenz der Bundesnetzagentur vorgestellt und diskutiert würden.

Dieter Moll und Detlef Gieseke wiesen darauf hin, dass erfolgreicher Widerstand gegen das Projekt nur durch sachliche Argumentation und keinesfalls durch Polemik zu erreichen sei. Als erstes gelte zu klären, ob ein Südlink überhaupt nötig sei. Des Weiteren sei zu klären, ob die Möglichkeit bestehe, das Verfahren zu beobachten und Einsprüche einzulegen. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass die Grundsätze der öffentlichen Planung eingehalten würden. Hierbei gehe es vor allem um Raumwiderstände wie Wohnbebauung, den Schutz von Denkmälern und Naturschutzgebiete.

Im Hinblick auf letztere stellte Vahldiek fest, dass die Trassenvarianten diese bislang nicht genügend oder gar nicht beachte. Lege man die bisherige Planung zugrunde, so seien die negativen Folgen für die Region nicht absehbar. Unverzichtbar seien Transparenz und Offenheit. Wolle man etwas erreichen, so sei man vor allem auf die Mitarbeit von Leuten mit fundierter Ortskenntnis angewiesen. Nur mit deren Hilfe ließen sich alle Raumwiderstände erfassen.

Bürgermeister Cort-Brün Voige lud die Anwesenden ein, die nächste öffentliche Ratssitzung am 21. Januar im Burghof zu besuchen, dann wird sich der Rat der Samtgemeinde mit diesem Thema beschäftigen. Auf der Tagesordnung steht eine Resolution zum Trassenverlauf des Südlinks.

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