Tierheim in Hodenhagen ist geschlossen / Unterstützung nötig

Vorsorge für den Fall der Fälle

Der Osterflohmarkt im Tierheim am 13. April musste abgesagt werden. Foto: Fischer

Hodenhagen – „Wir rechnen in den kommenden Tagen und Wochen mit einer verstärkten (Neu-)Aufnahme von Tieren von Corona-Patienten. Gleichzeitig gehen die Vermittlungen zurück, auch weil das Tierheim Hodenhagen zur Sicherheit der Gesundheit unserer Tierpflegerinnen und -pfleger seine Pforten für Besucher und Besucherinnen schließen musste. Nur so können wir die Versorgung unserer Tiere sichern.“ Das schreibt das Tierheim Hodenhagen in einer Mitteilung an die Presse. Weil zudem davon auszugehen sei, dass die Spenden einbrächen, stehe der Tierschutzverein vor großen Herausforderungen.

„Wer unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr nach draußen zum Gassigehen. Daher sollten Tierhalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten“, rät Elvira Gruenke, Vorsitzende des Tierschutzvereins Heidekreis Süd. „Da die Gefahr besteht, dass viele Menschen noch erkranken oder in Quarantäne müssen, bereiten wir uns aber so gut es geht auf die Aufnahme neuer Tiere vor.“

Problematisch werde neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren vor allem deren Vermittlung. Auf Anraten des Deutschen Tierschutzbundes sei das Tierheim Hodenhagen für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Diese könnten höchstens zu fest ausgemachten Einzelterminen ins Tierheim kommen. Hiervon sei die Abgabe von Fundtieren nicht betroffen.

Schweren Herzens musste der Tierschutzverein auch den traditionellen Osterflohmarkt am 13. April absagen. Statt mit Veranstaltungen und Aktionen Spenden einzusammeln, auf die der Tierschutzverein dringend angewiesen ist, werden also vermutlich bald noch mehr Tiere als sonst zu versorgen sein. „Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und deren Halter ein und versuchen zu helfen, wo wir können“, so Elvira Gruenke.

„Wir wissen, dass auch viele andere Menschen Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise zudem finanzielle Probleme mit sich bringt. Trotz der bedrückenden Lage hoffen wir auf die Unterstützung von Tierfreunden. Wir finanzieren den Tierheimbetrieb größtenteils aus Geld- und Zeitspenden, die Sorgen sind groß.“

Die Tierschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass es keine konkreten Hinweise darauf gibt, dass Tiere das aktuell kursierende Coronavirus übertragen oder selber erkranken können. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, sagt Elvira Gruenke ausdrücklich.

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