Zaungastführung in Ahlden

Steinernes Herz und Teehaus

Das steinerne Herz von Arno Schmidt ist am Ahldener Spritzenhaus zu sehen.

Ahlden - Die letzte von mehreren Zaungastführungen lockte 27 Geschichtsinteressierte nach Ahlden. Dr. Antje Oldenburg begleitete die Gruppe beim langen Spaziergang durch den schönen Ort. Sieben Stationen wurden auf dem 90-minütigen Rundgang angesteuert.

Los ging es im Bibelgarten an der St.-Johannes-der-Täufer- Kirche. Nach Tradition der nordamerikanischen Vorbilder können dort viele verschiedene Pflanzen bewundert werden, die einen Bezug zur Bibel haben. Die Weinrebe mit ihren Trauben wird beispielsweise mehrfach als Metapher im christlichen Glauben verwendet. Oldenburg wies darauf hin, dass Noah ein Weinbauer gewesen sei. Außerdem beschrieb sie die Pflanzung der Kugeldistel als Symbol für das Mühsal des Lebens.

Nach weiteren Erläuterungen ging es zu den schönsten Bauerngärten des Ortes, die früher intensiv als Nutzgärten der Selbstversorgung gedient hatten. Schließlich erreichten die Teilnehmer den Garten der Familie Rotermund, der im Mixed-Border- Stil, inspiriert von englischen Vorbildern, bezaubert. Das Wohngebäude war durch eine Brandkatastrophe 1864 zerstört worden.

Bei der Hofstelle Frerking aus dem 15. Jahrhundert bewunderten die Besucher das besondere Schmuckwerk des Giebels, den wilden Mann.

Das steinerne Herz des Avantgardisten und Intellektuellen Arno Schmidt betrachteten die Gäste neben dem historischen Ahldener Spritzenhaus von 1906.

Die Besuchergruppe und Dr. Antje Oldenburg bei der Zaungastführung im Bibelgarten der St.-Johannes-der-Täufer Kirche zu Ahlden. - Fotos: Leeske

Bevor die Führung die Endstation erreichte, ging es ins Scheunenviertel, einem weiteren Höhepunkt der Tour. Die Vorratsspeicher waren ab 1866 nach einer preußischen Bestimmung erbaut worden, um die Ernte und die Saat möglichst weit entfernt von den Brandherden der vorherigen Feuersbrünste lagern zu können. Alle der ursprünglich 45 Scheunen verfügten über praktische Querdurchfahrten zum Be- und Entladen. Heute stehen noch 27 der Nutzgebäude in Ost-Westausrichtung.

Über eine Zwischenstation auf dem kleinen jüdischen Friedhof, auf dem auch die Ahldener Familie Mannheim begraben liegt, ging es zur Villa Klee als Endpunkt des historischen Rundgangs. Das prachtvolle Wohngebäude von 1844 liegt idyllisch in einem Landschaftspark, der im Stile eines englischen Gartens die Natur nachahmen soll. Auf dem Gipfel einer Sanddüne lädt ein Teehaus zum Verweilen ein.

Die bestens vorbereitete Expertin Oldenburg freute sich über das große Interesse der Besucher und hofft, einige der Teilnehmer bald wieder in Ahlden begrüßen zu dürfen. - lee

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