Genesung geht gut voran

Löwen-Angriff im Serengeti-Park: Tierpfleger aus Klinik entlassen

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Zwei vom Rudel in einem gesonderten Gehege separierte Löwen (nicht im Bild) haben einen Tierpfleger angegriffen und schwer verletzt.

Ein Tierpfleger betritt das Löwengehege im Serengeti-Park Hodenhagen. Die Tiere greifen ihn an. Schwer verletzt wird der Mann ins Krankenhaus geflogen und muss mehrere Stunden lang notoperiert werden.

Update, 17. Mai: Pfleger aus Klinik entlassen

Der attackierte Tierpfleger ist auf dem Weg der Besserung und hat das Krankenhaus inzwischen verlassen. Seine Genesung gehe gut voran, teilte der Tierpark am Freitag mit. Der 24-Jährige war am 4. Mai von zwei rund 280 Kilogramm schweren Löwen angegriffen worden. Er hatte Bisswunden im Brustbereich erlitten und wurde mehrere Stunden operiert. Zwei Kollegen hatten den Mann in Sicherheit gebracht. Warum er das Gehege betrat, während die Löwen fraßen, ist unklar.

Update, 6. Mai

Der Serengeti-Park teilt am Montag mit, dass es dem verletzten 24-jährigen Tierpfleger den Umständen entsprechend gut geht, er sei auf dem Weg der Besserung.

Der 24-Jährige liegt weiterhin auf der Intensivstation, ist aber wach und ansprechbar. Er wird zur Versorgung der Bisswunden voraussichtlich noch einige Tage auf der Intensivstation bleiben.

Die Polizeidirektion Heidekreis hat ihre Ermittlungen abgeschlossen und stuft den Vorfall als Arbeitsunfall ein.

Update, 5. Mai

Von Klaus Müller. Nach dem Angriff von zwei Löwen auf einen Tierpfleger im Serengeti-Park in Hodenhagen gehen die Ermittler von menschlichem Versagen als Ursache aus. „Wir können von einem Wunder reden, dass der junge Kollege noch lebt“, sagte Geschäftsführer Fabrizio Sepe am Sonntag bei einer Pressekonferenz im Park.

Sepe ist während der Pressekonferenz immer noch fassungslos von den Geschehnissen am Samstagmorgen in einer Außenanlage des Löwengeheges mitten im Park. „Wir denken an den jungen, aber schon sehr erfahrenen Tierpfleger, der von Löwen gebissen worden ist und durch den heldenhaften Einsatz zweier weiterer Mitarbeiter, die in der Nähe arbeiteten, gerettet werden konnte.“ 

Fabrizio Sepe (r), Geschäftsführer vom Serengeti-Park Hodenhagen, und Frank Ahrens, zoologischer Leiter, sprechen auf einer Pressekonferenz.

Die beiden Mitarbeiter hörten Hilferufe des jungen Mannes und fingen sofort an, an den Zäunen zu rütteln und zu lärmen, sodass die Tiere schließlich vom Tierpfleger abließen. Der 24-Jährige erlitt tiefe Bisswunden und Rippenbrüche, er kam mit einem Rettungshubschrauber in die Medizinische Hochschule nach Hannover.

Fünf Stunden Notoperation nach Löwen-Angriff

„Ich habe erfahren, dass mein Mitarbeiter fünf Stunden notoperiert wurde. Ich kann heute sagen, dass er wieder voll hergestellt sein wird. Darüber freuen wir uns im Serengeti-Park sehr“, sagte Sepe.

Ein Schild steht im Serengeti-Park Hodenhagen an einem gesonderten Gehege, in dem zwei vom Rudel separierte Löwen gehalten werden.

Der Unfall ereignete sich bei der Arbeit. Wie Sepe sagte, sei der Pfleger aus bislang unbekannten Gründen in das Gehege gegangen, ohne sich zu vergewissern, ob sich darin noch Tiere befinden. Das sei absolut gegen die Sicherheitsbestimmungen des Parks gewesen, in dem es innerhalb von 45 Jahren keinen derartigen Angriff gegeben habe. 

Keine Gefahr für Serengeti-Park-Besucher

Fabrizio Sepe stellt klar, dass die engen Sicherheitsbestimmungen des Parks auch an diesem Tag gegriffen hätten und dass kein einziger Besucher gefährdet war. Die Sicherheitsbestimmungen würden immer wieder kontrolliert.

„Es war einzig und allein das menschliche Versagen meines Mitarbeiters. Wir werden es noch genauer aufklären müssen“, so Sepe. Er dankte den beiden sehr mutigen Helfern, die dem jungen Mann durch ihr beherztes Eingreifen das Leben gerettet haben. 

„Den Tieren kann man nichts vorwerfen“

Die beiden männlichen und kastrierten Löwen hätten laut des Geschäftsführers  das gemacht, was sie aus der Natur kennen. „Dramatisch und tragisch, aber ein normales Verhalten.“

„Den Tieren kann man nichts vorwerfen“, stellt auch der zoologische Leiter im Tierpark, Frank Ahrens, fest. „Sie haben sich völlig normal verhalten.“ mü

Originalmeldung, 4. Mai

Hodenhagen - Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Vorfall berichtet. Der Sprecher erklärte, der Pfleger habe gegen 9.55 Uhr das Löwengehege betreten, obwohl dort vorher schon Fleisch für die Tiere verteilt worden sei. Für die Besucher habe keine Gefahr bestanden, die Löwen seien durch einen Extrazaun gesichert. 

Serengeti-Mitarbeiter wach und ansprechbar

Der 24-Jährige wurde per Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Er sei wach und ansprechbar gewesen, sagte die Sprecherin des Serengeti-Parks, Asta Knoth.

Erfahrener Park-Mitarbeiter

Unklar war zunächst, warum der 24-Jährige gleichzeitig mit den Löwen in dem Gehege war. Es handele sich um einen erfahrenen Mitarbeiter, erklärte die Sprecherin. Zu dem Vorfall sei es am Samstagmorgen gekommen, als die beiden kastrierten, männlichen Löwen auf einer gesonderten Anlage ihr Fleisch bekamen. 

Die beiden Tiere würden getrennt von den anderen Löwen gehalten, also nicht auf der Außenanlage, die sie erst nach der Fütterung betreten dürften. Laut „Bild“ hatte der Pfleger den Zaun kontrollieren wollen.

Kollege und Tierinspektor greifen ein

Ein Kollege des Pflegers und der Tierinspektor des Parks hätten den Angriff mitbekommen und es geschafft, die Löwen von ihrem Opfer ab- und den 24-Jährigen in Sicherheit zu bringen, sagte Knoth. Die Mitarbeiter des Tierparks hätten „schockiert“ und schwer getroffen auf den Angriff der Tiere reagiert. Nach Einschätzung der Polizei bekamen die Besucher von dem Vorfall nichts mit.

dpa

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