Prozess gegen Planenschlitzer ab 4. Mai

Schadenshöhe von mehr als 500 000 Euro

Entwendete Fernsehgeräte auf dem sichergestellten Lkw der Täter. Foto: Polizei

Heidekreis/Verden – Die Polizei Heidekreis hatte im Oktober 2019 einen erfolgreichen Schlag gegen die organisierte Kriminalität verkündet. Vier mutmaßliche Mitglieder einer Planenschlitzer-Bande waren festgenommen worden. Ein Schaden von mehr als einer halben Million Euro war ihnen zugeschrieben worden. Am Dienstag sollte am Landgericht Verden der Prozess gegen die Männer beginnen. Doch der Termin wurde „vor dem Hintergrund der Corona-Epidemie“ kurzfristig abgesagt und auf den 4. Mai verschoben.

„Seit Dezember 2018 wurde bei der Polizeiinspektion Heidekreis ein umfangreiches Verfahren gegen eine mindestens sechsköpfige belarussische Tätergruppierung geführt, welche gezielt Sattelzüge auf Autobahnparkplätzen anging, um darauf befindliche Waren zu entwenden“, hatte die Polizei anlässlich der Festnahme mitgeteilt. Einer der Männer war von der eigens gegründeten Ermittlungsgruppe als „ein führender Kopf der Gruppierung“ eingestuft worden.

Die Täter seien in Frankreich und Deutschland aktiv gewesen. In Niedersachsen insbesondere auf „Rastanlagen und Parkplätzen entlang der Autobahn 7, in der Nähe der Stadt Hannover“. Knapp 60 Taten, davon der Großteil im Heidekreis, mit einer Schadenssumme von mehr als einer halben Millionen Euro, hatte die Polizei den Tätern zugeordnet.

Im Juli 2019 waren der Polizeimeldung zufolge sechs nationale Haftbefehle ausgestellt worden. Da sollen die betreffenden Personen jedoch bereits ausgereist gewesen sein. Offenbar nur vorläufig, denn am 10. Oktober 2019 erfolgte die Festnahme.

Laut Pressemitteilung des Landgerichts geht es im Prozess zwar nur um drei Taten, deren Schaden soll sich aber auf rund 243 000 Euro belaufe. Im Januar 2019 sollen alle vier Angeklagten in Seesen rund 600 Akkustaubsauger im Gesamtwert von etwa 185 000 Euro gestohlen haben und am 9. Oktober 2019 knapp 200 Fernseher, deren Wert mit rund 58 000 Euro angegeben wird. Die Fernseher konnten bei der Festnahme sichergestellt werden.

Unbedeutend erscheint dagegen die dritte Tat, die nur einen der Angeklagten betrifft. Im November 2018 soll er auf dem Rasthof Schwarmstedt, womit die Zuständigkeit der Verdener Justiz begründet wird, einen Karton mit Bluetoothkopfhörern im Wert von unter 50 Euro und Schreibwaren gestohlen haben.

Drei statt 60 Taten sind angeklagt. „Die übrigen Fälle ließen sich aufgrund von GPS-Auswertungen und Mobilfunkdaten nicht zweifelsfrei zuordnen“, erklärte am Dienstag auf Nachfrage Martin Schanz, Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden. Polizeisprecher Olaf Rothardt bestätigte auf telefonische Anfrage, dass gleich gelagerte Fälle des sogenannten Planenschlitzens nach der Festnahme im Oktober 2019 in der Intensität zurückgegangen seien.  wb

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