Klingbeil informiert sich über geplante Wasserstoff-Anlage auf Egra-Gelände / „Enorme Chancen für unsere Region“

Rethemer Projekt als Beispiel für ganz Europa

Die Vertreter aus Politik und Wirtschaft in kleinen Bildern vom Bildschirm der Online.Konferenz..
+
Willens, das Projekt umzusetzen: die Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

Rethem – Im Energie- und Gewerbepark Rethem (Egra) wird ein Wasserstoffpilotprojekt geplant. Der heimische Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil hat sich mit vielen Beteiligten dazu ausgetauscht. Klingbeil unterstütze das Projekt und wolle die gesamte Region zu einer Wasserstoffregion machen, heißt es zu in einer Pressemitteilung aus dem Büro des SPD-Politikers.

  • Wasserstoff wird als Energieträger der Zukunft gesehen.
  • So sehen es auch die Teilnehmer eine Online-Konferenz mit dem SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil.
  • Ein Leuchtturmprojekt entsteht auf dem Egra-Gelände in Rethem und wird mit erheblichen öffentlichen Mitteln gefördert.

„Wasserstoff ist ein wichtiger Energieträger der Zukunft und bietet auch für unsere Heimatregion enorme Chancen“, macht der Bundestagsabgeordnete darin deutlich. Im vergangenen Sommer habe er sich daher bei seiner „Tour der Ideen“ mit Vertretern der Kommunalpolitik, örtlichen Unternehmen und des Wasserstoffnetzwerks Nordostniedersachsen getroffen, um über eine Wasserstoffstrategie für die Region zu diskutieren. Das jetzige Gespräch, das daran anschloss, fand aufgrund der aktuellen Corona-Lage digital statt. Daran nahmen neben Lars Klingbeil auch Norbert Hennchen, Wolfgang Beez und Erika Weber vom Rethemer Unternehmen Freqcon, Michael Krohn von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Deltaland, Henning Lübbehüsen von der Egra, Rethems Samtgemeindebürgermeister Cort-Brün Voige, Ina Prüser von der Wirtschaftsförderung der Samtgemeinde, der Erste Kreisrat des Heidekreises, Oliver Schulze, sowie Jonas Wussow und Wolfgang Leseberg von der SPD Rethem teil. Alle Beteiligten stimmten Klingbeil zu, dass das Projekt eine große Chance für Rethem und die Region sei. Und alle seien willens, das Projekt umzusetzen.

Norbert Hennchen von der Freqcon wurde als Experte für die Energiewende in den Arbeitskreis Energiepolitik des Deutschen Wirtschaftsrates berufen. Der Familienbetrieb Freqcon, der auf Frequenzumrichter und Regelungssysteme spezialisiert ist, kooperiert mit dem Wasserstoffnetzwerk Nordostniedersachsen und Deltaland.

Bis Mitte 2021 soll nun im Energie- und Gewerbepark Rethem eine Demonstrationsanlage entstehen, die ohne große Verluste grünen Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien herstellt. Bis 2022 soll dann eine Ladestation für Fahrzeuge mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb entstehen, die den Transportsektor (Entsorgungs- oder Busunternehmen) versorgt. „Dadurch entstehen in unserer Region neue Arbeitsplätze“, betont Klingbeil.

Mit dem Pilotprojekt könnten laut Hennchen nach Fertigstellung beispielsweise 12 500 Autotank-Ladungen Wasserstoff, 2000 Ladungen für E-Autos sowie zusätzlich Energie erzeugt werden. Mit dem Demonstrationsprojekt vor Ort könnte man folglich nicht nur Arbeitsplätze in Rethem schaffen, sondern zugleich auch ein Musterprojekt für ganz Europa sein.

Das Projekt wird im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie gefördert, mit der ein Heimatmarkt für Wasserstoff entstehen soll. Der Heidekreis und der Landkreis Rotenburg nehmen als Teil der Region Nordostniedersachsen am Förderprogramm „HyExperts“ teil.

Der Fördertopf richtet sich an Regionen mit ersten Projekterfahrungen und Kenntnissen. 13 HyExperts erhalten jeweils 300 000 Euro, um konkrete Projektideen für Wasserstoffkonzepte zu erstellen und zu berechnen. Ende 2019 hat die Region die Fördergelder vom Bund erhalten. Mittlerweile fördert auch das Land Niedersachsen die gesamte Projektregion mit insgesamt 750 000 Euro. Die elf beteiligten Landkreise zahlen jeweils 16 000 Euro.

Aktuell existieren noch Verwaltungs- und Genehmigungshindernisse, die die Realisierung des Projekts in Rethem erschweren. So ist die Genehmigung einer essenziellen Windkraftanlage auf dem Gelände das derzeit größte Hindernis. Damit steht und fällt das Projekt.

Bei dem Gespräch vereinbarten die Teilnehmenden, sich hierzu weiterhin eng auszutauschen. Klingbeil will zudem auf die Fachpolitikerinnen und -politiker seiner Fraktion zugehen und weitere Informationen dazu einholen, wie die Bundespolitik Wasserstoffprojekte wie das in Rethem neben der finanziellen Förderung noch unterstützen kann.

Am Geld scheitere das Projekt jedenfalls nicht. Hennchen betonte, dass der Bund ausreichend Fördergelder zur Verfügung stelle. Das drückt sich auch im Bundeshaushalt 2021 aus: Darin sind neun Milliarden Euro für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in den kommenden Jahren vorgesehen. Zudem stehen 50 Millionen Euro für Wasserstoff und Brennzellenanwendungen im Verkehr zur Verfügung. 25 weitere Millionen sind für die Tank- und Ladeinfrastruktur eingeplant. „Auch mit unserem Bundeshaushalt setzen wir ein klares Zeichen dafür, dass Wasserstoff ein wichtiger Energieträger der Zukunft ist“, unterstreicht Klingbeil.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Wolf verfolgt Frau durch den Wald: „Braucht man kein zweites Mal“

Wolf verfolgt Frau durch den Wald: „Braucht man kein zweites Mal“

Wolf verfolgt Frau durch den Wald: „Braucht man kein zweites Mal“
Er löschte eine ganze Familie aus: TV-Auftritt vor Horror-Mord in Bispingen

Er löschte eine ganze Familie aus: TV-Auftritt vor Horror-Mord in Bispingen

Er löschte eine ganze Familie aus: TV-Auftritt vor Horror-Mord in Bispingen
Eine Region voller Hoffnung

Eine Region voller Hoffnung

Eine Region voller Hoffnung
Jens Grote kandidiert für Landrats-Amt im Heidekreis

Jens Grote kandidiert für Landrats-Amt im Heidekreis

Jens Grote kandidiert für Landrats-Amt im Heidekreis

Kommentare