Planenschlitzer-Prozess: Die vier Angeklagten sind geständig

Schwarmstedt/Verden – Alle vier Angeklagten im Planenschlitzer-Prozess am Landgericht Verden sind geständig. Zu Beginn des gestrigen zweiten Sitzungstages in der Verdener Stadthalle verständigten sich alle Verfahrensbeteiligten auf Mindest- und Höchststrafen. Diese gelten nur, wenn sich die aus Weißrussland stammenden Männer „umfassend und glaubhaft geständig“ einlassen. Den Anfang machte ein 27-Jähriger als Jüngster aus dem Quartett.

Seit Oktober 2019 sitzen die Angeklagten wegen zwei, einer wegen drei Fällen des schweren Bandendiebstahls in Untersuchungshaft. Die Tatorte liegen im Bereich der A 7 in Buchholz (Heidekreis) und Seesen (Kreis Goslar). Bei den Ermittlungen der Polizei Heidekreis war es noch um 60 Taten, davon ein Großteil im Heidekreis, gegangen.

Der 27-Jährige hat zwei Jahre und drei Monate bis zweieinhalb Jahre zu erwarten. Sein 35 Jahre alter Cousin drei bis drei Jahre und vier Monate. Die Strafrahmen für die anderen beiden Angeklagten liegen zwischen zweieinhalb und knapp drei Jahren. Nach Aktenlage sollen sie 44 und 46 Jahre alt sein. Der 46-Jährige behauptet jedoch, erst 33 Jahre alt zu sein.

„Mein Cousin fragte mich, ob ich helfen würde, Lkws zu entladen. Mir war bewusst, dass es sich um Diebesgut handelt“, heißt es in einer von der Verteidigerin des 27-Jährigen verlesenen Erklärung. Zwischen 500 und 1 000 Euro habe er dafür bekommen sollen. Als der Vorsitzende Richter Dr. Andreas Ortmann den 27-Jährigen selber befragte, klang das Ganze nicht mehr so deutlich. Die erste alle Angeklagten betreffende Tat am 23. Januar 2019 sei für ihn die erste Reise nach Deutschland gewesen. Mit wem er eingereist war, will der 27-Jährige vergessen haben. Er gab zu, dass er, die anderen drei Angeklagten und zwei weitere Personen den Diebstahl begangen hätten. Er bestätigte zudem den Namen eines weiteren Tatbeteiligten. Dieser soll in den Verständigungsgesprächen von einem Verteidiger als „Kopf der Bande“ bezeichnet worden sein.

Der 27-Jährige will aus Geldnot gehandelt haben, bestätigt aber, mit 10 000 Euro eingereist zu sein. Geliehenes Geld, um ein Auto zu kaufen. Er habe in seiner Heimat mit KFZ gehandelt. Gewohnt habe man in Deutschland in einem Hotel. An den Ort erinnere er sich nicht. Vor dort seien sie zu einem Parkplatz gefahren und hätten die Ware aus einem Container auf einen mitgebrachten Lkw umgeladen. „Wo war der Fahrer des Lkw mit dem Container?“, wollte der Vorsitzende wissen. „Ich weiß es nicht. Es kann sein, dass der da irgendwo stand. Ich habe nicht mit ihm gesprochen.“

Bei der Tat im Januar 2019 sollen 622 Akkustaubsauger im Wert von 185 978 Euro und im Oktober 2019 eine Ladung mit 195 Fernsehern im Wert von 58 498 Euro gestohlen worden sein. Der Prozess wird fortgesetzt.

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