Frau mit Schrotflinte bedroht

Einbruch in Villa von Scorpions-Gitarrist: Fünfeinhalb Jahre Haft

Bothmer/Verden - Im Verdener Landgerichtsprozess um den Einbruch in die Villa von Scorpions-Gitarrist Rudolf Schenker in Bothmer wurde am Donnerstag das Urteil verkündet. Fünfeinhalb Jahre Haft lautet das Strafmaß für den 37 Jahre alten Angeklagten aus Schwarmstedt. Gleichzeitig wurde die Unterbringung im Maßregelvollzug angeordnet.

Bereits in drei Monaten kann der Angeklagte eine Drogentherapie beginnen. Eine Therapie benötige vielleicht auch das traumatisierte Opfer, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Lebensgefährtin des Musikers war mit einer Schrotflinte bedroht worden.

Der Angeklagte sei bei der Tat in der Nacht zum19. Juni durch 1,2 Promille Alkohol im Blut enthemmt gewesen und habe unter Suchtdruck gestanden. Dennoch sei er voll schuldfähig gewesen, urteilten die Richter. Vom langjährigen Kokainkonsum berichtete der in Handschellen vorgeführte Angeklagte in dem Prozess. Er brauchte Geld für Drogen und entschloss sich zum Einbruch in die Villa. Spontan handelte er aus Überzeugung der Richter nicht. Dass aus dem Einbruch eine schwere räuberische Erpressung und versuchte Nötigung wurde, so der Schuldspruch, hatte der 37-Jährige selbst in der Hand.

Frau löste stillen Alarm aus

Die abgesägte Doppelbockflinte hatte er mitgenommen, „um gegebenenfalls Personen im Haus einschüchtern zu können“. Als er mit der Waffe eine Terrassentür einschlug, löste sich der einzige Schuss. Die Flinte war nicht mehr geladen. Deshalb stelle die Tat keine besonders schwere, sondern eine schwere räuberische Erpressung dar, erklärte der Vorsitzende Richter Joachim Lotz.

Vom Lärm war Schenkers Lebensgefährtin aufgewacht. Sie bemerkte den Räuber und stellte sich schlafend. Dabei legte sie sich schützend über ihren zweijährigen Sohn. Vom Täter unbemerkt, löste sie einen stillen Alarm aus. Der maskierte Räuber kam ins Schlafzimmer und weckte die 34-Jährige mit der Schrotflinte.

Die Frau musste unter Bedrohung Schmuck und Wertgegenstände herausgeben. „Die Zeugin hatte fortwährend Angst um ihr Leben und insbesondere um ihr schlafendes Kind“, betonte Lotz. Glücklicherweise wachte es nicht auf.

„Ganz erhebliche Vorstrafen“ 

Beim Eintreffen der Polizei, verlangte der mit einem Fahrrad zum Tatort gefahrene Räuber von der 34-Jährigen, ihn mit ihrem Auto wegzufahren. Strafrechtlich wurde dies als versuchte Nötigung gewertet und nicht, wie angeklagt, als versuchte Geiselnahme. Im letzten Moment verhinderten die beiden Polizisten das Wegfahren.

Negativ fielen beim Strafmaß die „ganz erheblichen Vorstrafen“ ins Gewicht und was das Opfer durchleben musste. „€žSie haben in den letzten Jahren durchgängig Straftaten begangen und wenn nicht, dann säßen Sie im Gefängnis“, sagte der Vorsitzende zu dem in Stade geborenen Angeklagten. Dieser habe aber Reue und Einsicht gezeigt und will eine Therapie machen. „Wenn Sie nicht von ihrer Drogensucht befreit werden, werden Sie immer neue Straftaten begehen“, so der Vorsitzende. 

wb

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