E-Mobilität unter dem Motto „alles Akku“ / Startersets für die Gemeinden

Freude am Fahren und Sparen

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Voll elektrisch und nahezu lautlos unterwegs: kleine E-Mobil-Rallye rund um die Aller-Meiße-Halle.

Hodenhagen/Rethem - An der Aller-Meiße-Halle knatterte und brummte es schon oft, zum Beispiel bei Oldtimer-Starts. Beim großen Autotreff in Hodenhagen war alles anders: City-Flitzer, Sportwagen, Kombis, Kastenwagen und sogar ein schweres Motorrad drehten ihre Runden – lautlos.

„Alles elektrisch hier“, freute sich Carsten Niemann. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Ahlden hatte den E-Mobilitätstag unter dem Motto „alles Akku“ für die acht Kommunen des Aller-Leine-Tals initiiert. Zu den Gästen gehörten die Bürgermeister Alexander von Seggern (Dörverden) und Cort-Brün Voige (Rethem).

Ladeinfrastruktur sei auf dem Land besser, als in der Großstadt

Ob nun der kleine City-Flitzer Twizy, der rasante Tesla, E-Bikes oder der Schlagzeilen machende StreetScooter der Deutschen Post: Die Besucher konnten sich umfassend informieren und die E-Fahrzeuge selber testen. Niemann erläuterte gern Funktion und Vorteile des Elektrokombis Nissan eNV200. Ein solcher Kombi (Baujahr 2015) fährt seit zehn Tagen im Dienst der Samtgemeinde Ahlden.

Sind E-Autos nicht eher etwas für die Großstadt? Im Gegenteil, sagte Niemann im Gespräch mit der VAZ. Die Ladeinfrastruktur sei auf dem Lande viel besser. Im Klartext: Wer in der Stadt im dritten Stock wohnt und Laternenparker ist, hat erst einmal ein Problem mit der Steckdose. Auch die bei E-Mobilen immer noch geringe Reichweite von um die 100 Kilometern ist für Niemann kein Problem: „Im Schnitt fahren wir alle hier doch viel weniger am Tag. Das gilt zum Beispiel für viele örtliche Handwerksbetriebe.“

Kathrin Rösel übergibt die Startersets an (v.l.) Alexander von Seggern (Dörverden), Carsten Niemann (Ahlden), Cort-Brün Voige (Rethem) und Claudia Schiesgeries (Schwarmstedt).

Nach Meinung von Niemann werde sich die Technik („Das ist ganz klar die Zukunft“) auch bei der Reichweite noch deutlich weiter entwickeln. Tatsächlich bietet der neue Opel Ampera-e schon Reichweiten von bis zu 380 Kilometern. Dass die E-Technik auch und gerade bei jungen Menschen gut ankommt, weiß Niemann aus der eigenen Familie: „,Das ist ja abgespaced’, meinte mein 21-jähriger Sohn nach dem Test eines Elektroautos.“

Roadshow des Verkehrsministeriums wirkt mit

Über praktische Erfahrungen mit E-Mobilität im Betrieb informierte Thomas Rätzke vom Umweltdruckhaus Hannover: „Wir sind zu 98 Prozent voll elektrisch unterwegs.“ Dass sich die Umstellung auf E-Mobilität wirtschaftlich voll und ganz rechne, konnte Rätzke Interessenten ganz schnell erläutern: „Für die paar Zahlen brauch ich nur einen Bierdeckel.“ Im Betrieb in Langenhagen gelte das Motto „Freude am Fahren und Sparen.“

Bei der Veranstaltung wirkte die Roadshow des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit. Im Auftrag übergab CDU-Bundestagsabgeordnete Kathrin Rösel ein digitales Starterset an die Vertreter der anwesenden Gemeinden. Darin gibt es Tipps und Handlungsempfehlungen, wie Kommunen in die Elektromobilität einsteigen und diese ausbauen können. 

fra

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