Frank Osterhelweg: „Landwirtschaft benötigt mehr Wertschätzung“

Ziel ist ein besseres Image

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Thore Carstens (l.) und Carsten Poppe.

Schwarmstedt - Regelmäßig werde die Landwirtschaft pauschal zum Umweltschädiger erklärt, kritisierte die CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper eingangs einer Podiumsdiskussion zum Thema „Hat Landwirtschaft noch eine Zukunft?“ im Schwarmstedter Hotel Bertram. Hierzu hatte sie gemeinsam mit dem CDU-Samtgemeindeverband Schwarmstedt eingeladen.

Fachpublikum aus der Landwirtschaft und ein hochkarätig besetztes Podium mit örtlichen und überregionalen Experten aus dem Agrarsektor und der Politik tauschten am Mittwochabend ihre Ansichten aus.

Frank Osterhelweg, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Niedersächsischen Landtag, eröffnete den Abend mit einer Erläuterung des frisch erarbeiteten Positionspapiers der CDU-Fraktion zum Thema. Er bestätigte die anfängliche Aussage von Pieper. Die Landwirtschaft werde fast täglich, besonders aus der Ecke der Grünen, in ein schlechtes Licht gerückt. Und der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer trage mit seiner Politik und seinen Aussagen viel dazu bei.

Bei den Bürger treffe die Kritik vielfach auf fruchtbaren Boden. Der Grund, so Osterhelweg, sei unter anderem in der Entfremdung der Bürger und Verbraucher von den Nahrungsmitteln zu sehen. Osterhelweg und der Kreislandvolkvorsitzende Jochen Oestmann brachten es auf den Punkt: Die Gegner argumentierten emotional und sie, die Bauern und die Politiker der CDU, sachlich mit Fakten und Zahlen. Die Bauern müssten ihre Höfe und sich noch mehr nach außen öffnen und mit ihren Tieren, ihren gesunden Lebensmitteln versuchen, Emotionen zu wecken, so Osterhelweg.

Thore Carstens, Mitglied im Agrarausschuss der Niedersächsischen Landjugend, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Landwirtschaft. „Wir genießen weltweit die beste Ausbildung als Landwirte und wir erzeugen gesunde, gute Produkte“, so Carstens. „Ich will nicht weg vom Dorf und von der Scholle“, so der Junglandwirt.

Landfrauen-Funktionärin Annette Rump, die erfolgreich ein Hofcafé eröffnet hat, sieht Defizite in der schulischen Grundbildung. Die Landfrauen erreichten zwar auf diesem Sektor mit ihren Projekten viele Kinder, aber Gesundheitserziehung und Kochen mit Hauswirtschaft müssten wieder einen Platz im täglichen Schulunterricht haben.

Aus dem Publikum schlug Holger Laue, Chef der Raiffeisen-Central-Heide, in die selbe Kerbe. Die Politik müsse dafür sorgen, dass die Lehrer entsprechend ausgebildet würden, so Laue. Er berichtete, dass Bauernkinder in der Schule gemobbt würden – auch von Lehrern. Ein weiterer junger Landwirt aus dem Publikum berichtete von ähnlichen Erfahrungen.

Legehennenhalter Carsten Poppe aus Hedern sieht eine Möglichkeit des besseren Absatzes von landwirtschaftlichen Produkten in der Regionalität. Poppe vermarktet seine Eier und selbst produzierte Nudeln über regionale Einkaufsmärkte recht erfolgreich. Auf diesem Wege könne man höhere Preise erzielen und sei näher am Kunden. Auf diesem Wege lasse sich das Image der Landwirtschaft beeinflussen.

Jochen Oestmann, der bemüht war, die Diskussion über den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu vermeiden, stellte fest, dass die Landwirtschaft grundsätzlich gesunde Produkte nachhaltig produziere. Die Entwicklung gehe aber weg von den kleinen Betrieben zu größeren Einheiten. Die Landwirtschaft, so ergänzte Annette Rump, sei nicht schlechter geworden, sie müsse heute nur anders produzieren, um die Bevölkerung zu ernähren. Das Problem sei, dass die Verbraucher eher den negativen Schlagzeilen in den Medien glaubten als den Argumenten der Bauern. Hier müsse die Landwirtschaft noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten.

hf

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