Vorwurf des versuchten schweren Raubes

Mit Beil und Messer zum „Ex“

Schwarmstedt/Verden - Fast auf den Tag genau vor einem Jahr musste sich vor dem Landgericht Verden ein Angeklagter aus Schwarmstedt wegen des Einbruchs in die Villa des Scorpions-Gitarristen Rudolf Schenker und versuchter Nötigung der Lebensgefährtin des Musikers verantworten. Seit gestern steht der 38-Jährige wieder in Verden vor Gericht. Dieses Mal mit drei weiteren Angeklagten. Vorgeworfen wird ihnen ein versuchter schwerer Raub.

Im aktuellen Prozess teilt sich der Schwarmstedter die Anklagebank mit einer 42 Jahre alten Frau aus Bomlitz-Benefeld und zwei 33 und 38 Jahre alten Männern aus Bad Fallingbostel. Die Bomlitzerin soll den anderen drei Angeklagten am 25. November 2016 erzählt haben, dass sich bei ihrem „Ex“ in Bad Fallingbostel Bargeld in Höhe von 3 500 Euro und Betäubungsmittel im Wert von 30 000 Euro befänden.

Prozess wird am 5. Dezember fortgesetzt

Ausgestattet mit Fleischerbeil, Pfefferspray und einem Küchenmesser mit einer zehn Zentimeter langen Klinge, sollen sich alle vier Angeklagten am Abend des Folgetages zur Wohnung des „Ex“ begeben haben. Trotz mehrfachen Klingelns sei nicht geöffnet worden. Die Angeklagten sollen dann „Abstand von dieser Tat genommen haben“, aber ein Nachbar soll mit dem Pfefferspray besprüht worden sein. Diesbezüglich wird nur dem 33-Jährigen aus Bad Fallingbostel gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der 33-Jährige sitzt derzeit in Haft. Zur Sprache kam gestern eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe in Höhe von zwei Jahren und vier Monaten Haft und eine Verurteilung des Amtsgerichts Walsrode. Dem 33-Jährigen wurde gestern mit einer zweiten Anklageschrift ein Verstoß gegen die Führungsaufsicht (während einer Bewährungszeit) zur Last gelegt. Dieser Vorwurf wurde aber noch am selben Tag eingestellt, sodass es nur noch um die Tat aus November 2016 geht.

Im Maßregelvollzugszentrum Brauel befindet sich derzeit der 38-Jährige aus Schwarmstedt. Das Landgericht Verden hatte ihn wegen des Einbruchs in die Schenker-Villa zu fünfeinhalb Jahren Haft wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchter Nötigung verurteilt. Bei der Tat am 19. Juni 2017 hatte er mit einer Schrotflinte die schlafende Lebensgefährtin des Musikers geweckt und sich Geld und Wertgegenstände aushändigen lassen. Mit dem Urteil war auch die Unterbringung in der Entziehungsanstalt angeordnet worden.

Im Zusammenhang mit der Tat im aktuellen Prozess wird dem 38-Jährigen auch Bedrohung vorgeworfen. Er soll einen Tag nach der Tat in Bad Fallingbostel mit dem 33 Jahre alten Angeklagten bei der dortigen Polizei aufgetaucht sein und die Herausgabe von Smartphones gefordert haben. Anderenfalls würde eine Granate auf das Polizeigebäude fliegen. „Ihr wisst gar nicht, mit wem ihr das hier zu tun habt“, soll er noch betont haben.

Der Prozess wird am 5. Dezember fortgesetzt. Dann wollen sich die Angeklagten äußern. - wb

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