Alida Gundlach bei der Einweihung des tierwork-Hofes in Büchten

Ein neues Glück für Hunde und Halter

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Alida Gundlach mit Hunden, die zur Vermittlung stehen: Kaya (l.) und Nando (r.).

Büchten - Es war ein anrührendes, ein mutmachendes Bild, das sich in Büchten bei Hodenhagen bot: Auf einem bunt geschmückten Hof nahe der Hauptstraße tollten unzählige Hunde verschiedenster Rassen mit ihren Herrchen und miteinander über den Rasen – mittendrin Alida Gundlach, Autorin und Moderatorin im deutschen Fernsehen. Sie ist Schirmherrin und Vorsitzende des Vereins tierwork, der seit seiner Gründung im Jahre 2012 gezielt Tiere in Not unterstützt.

Eines seiner Projekte ist der tierwork-Hof, der nun eingeweiht wurde. Außerdem wurde dort der „Dog Day“ begangen, der vor der Fertigstellung des Hofes immer anderswo stattgefunden hatte, berichtete Vereinsmitglied Sabine Stockhaus.

Rund 60 Hunde empfing das Team über den Tag verteilt. Alle waren von tierwork aus einer Tötungsstation gerettet worden – und alle haben durch professionelle Vermittlung ein neues Zuhause gefunden. „Wir bringen die richtige Familie zum richtigen Tier“, erzählte Stockhaus, während der Feierlichkeiten. Ihre Kollegin Kirsten Blanck fügte an: „Es gibt viele Vorkontrollen, damit wir sehen können, ob Mensch und Hund auch wirklich zusammenpassen und die Lebenssituation ein Haustier zulässt.“

Einmal im Jahr treffen sich die Hundehalter und ihre Vierbeiner mit den anderen Geretteten am Gründungstag des seit drei Jahren bestehenden Vereins. Dieser umfasst bereits 220 Mitglieder, „ungefähr die gleiche Anzahl an Tieren konnte schon gerettet werden“, so Stockhaus, die genauso wie alle anderen Vereinsmitglieder ehrenamtliche Arbeit leistet.

Der tierwork-Hof stellt eine Mischung aus Auffanglager, Gnadenhof und Tierpension dar. In zweiter Instanz soll nun eine Therapiestation entstehen, in welcher dann beispielsweise autistische Kinder oder Senioren mit speziell ausgebildeten Tieren in Kontakt kommen. „Das wäre dann einzigartig in Deutschland“, freute sich Stockhaus.

Tage wie der „Dog Day“ sind Balsam für Alida Gundlach. Die 71-jährige ist es, die immer wieder zu den Tötungsstationen nach Rumänien reist, um wenigstens einigen Vierbeinern ein besseres Leben zu ermöglichen. „Jedes einzelne Tier, das heute hier ist, habe ich in einem Käfig gesehen“, erzählte Gundlach. „Jedes Mal, wenn ich aus so einer Station wiederkomme, sage ich mir: Das war das letzte Mal. Aber wenn ich es nicht mache, können wir noch weniger retten.“ Dass sie jedes Mal unzählige Lebewesen zurücklassen muss, schmerzt die Tierliebhaberin sichtlich. „Es ist bei der Auswahl immer eine gefühlte Gottspielerei“, so Gundlach, „hinterher muss ich immer endlos viel trinken, weil ich so viel geweint habe.“

Die Zustände in einigen Ländern seien schrecklich, Hunde würden bei lebendigem Leibe mit Benzin übergossen und verbrannt, es gebe Kadaverprämien für das Erlegen von Streunern. Als Einschläferungsmethode spritze man den Tieren billiges Frostschutzmittel, an welchem sie mehrere Tage lang elend eingingen. „Die Tötung der Streuner ist dort die Antwort auf die selbst verschuldete Vermehrung“, erzählte Gundlach mit tiefer Bitterkeit in der Stimme. Sie selbst hat vier Hunde, sechs Katzen und Pferde, die sie aus miserablen Verhältnissen befreit hat.

In Schulen leistet die 71-Jährige Sensibilisierungsarbeit bei Kindern für den Tierschutz, führt sie spielerisch an das Thema heran. „All die geretteten Hunde glücklich und in guten Händen zu sehen, gibt mir jedes Mal Kraft nach den Rumänienreisen“, sagte Gundlach, die alle Vierbeiner mit Namen kennt. „Es zeigt mir, dass es funktioniert und dass wir weitermachen müssen.“

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