Kreistag beschließt Variante C-plus / Immerhin fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen

Heidekreis-Klinikum: Schwere Geburt geschafft

Die Reihen der SPD bei der Abstimmung. ·

Landkreis - Die Politik im Heidekreis ging seit gut drei Jahren schwanger mit der Idee, eine Klinikstruktur zu schaffen, die die beiden Häuser in Soltau und Walsrode in einem immer härter werdenden Gesundheitsmarkt zukunftsfest macht.

Nun, nach teils heftigen Wehen, erfolgte eine komplizierte Geburt. Die Pflegeeltern, die beiden Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums, konnten auch im Sinne der Mitarbeiter aufatmen. Mit 33 Ja-Stimmen gegen fünf Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen stimmte der Kreistag für die als Kompromiss mit der Bürgerinitiative ausgehandelte Variante C-plus und damit für eine unselbstständige Pädiatrie mit vier Betten in Soltau.

Vor der Debatte und der Abstimmung hatte Landrat Manfred Ostermann die Beschlussvorlage zur Variante C-plus vor dem nicht vollständig versammelten Gremium noch einmal erläutert und die Abgeordneten beschworen, sich dafür und damit für eine Neustrukturierung der Klinik auszusprechen.

Die von manchem Bürger im Heidekreis befürchtete Schlammschlacht blieb aus, aber einige Kreistagsmitglieder aus Bürgerunion (BU), FDP und der Linken zogen ins letzte Gefecht. So sah Dr. Raimund Sattler von der BU auch weiterhin nur einen erfolgversprechenden Sinn in einer vollständigen Soltauer Kinderklinik.

Dabei ignorierte er, genauso wie Gerd Christoffer von der FDP, dass sich das Klinikum nicht mehr wie vor drei Jahren in einem ruhigeren wirtschaftlichen Fahrwasser bewegt. Dieter Möhrmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, wies eindringlich darauf hin, dass das Klinikum 2011 kaum eine schwarze Null schreiben werde. Wenn man jetzt nicht endlich für eine Zukunft der Krankenhäuser stimme, werde man den letzten Moment einer zukunftsweisenden Umstrukturierung verpassen.

Dieses „wenn nicht jetzt, dann wann?“ hatte aber die überwiegende Mehrheit verstanden, zumal auch Hermann Norden, CDU, zuvor den Weg zu dieser Entscheidung nachgezeichnet hatte. Geburtshelfer war am Ende eine seltene Koalition aus Schwarz, Rot und Grün.

Ergebnis: Geburt mit Mühe geschafft, aber Nachwehen nicht ausgeschlossen. Schließlich wird die von den Gutachtern bei der zunächst bevorzugten Variante C prognostizierte Einsparung von einer halben Million bei C-plus um etwa 380 000 Euro gemindert. · hf

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