Heide-Park-Gründer verliert Streit um Lärm

Lüneburg - Vor dem Oberverwaltungsgericht ging es um Lärmbelästigung im Heidepark. Geklagt hatte ausgerechnet der Gründer und frühere Besitzer. Er will sein Anwesen neben dem Park verkaufen.

Der Gründer und frühere Besitzer des Heide-Parks ist im Rechtsstreit mit den neuen Eigentümern um angebliche Lärmbelästigung durch zwei neue Attraktionen gescheitert. Er hatte einst sein Wohnhaus direkt am Gelände des Freizeitparks gebaut, um unmittelbaren Zugang zu haben. Weil das Gebäude nur als Wohnhaus des Betriebsleiters genehmigt worden sei, würden höhere Grenzwerte gelten. Das entschied am Donnerstag das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. Der Antrag des Klägers auf vorläufigen Rechtsschutz blieb somit erfolglos. Der Beschluss ist unanfechtbar. (Az. 1 ME 203/13).

Nach Angaben des Heide-Parks hatte der Gründer die Anlage im November 2001 für umgerechnet rund 150 Millionen Euro verkauft, war aber Besitzer des Grundstücksteils mit dem Wohnhaus geblieben. Die Heide-Park Soltau GmbH ist heute eine Tochter der Merlin-Gruppe.

Damit erzielten die Betreiber auch in dem parallel laufenden zweiten Verfahren einen Erfolg gegen den Gründer der Anlage. Dabei ging es um die zulässige Nutzung der Villa. In dem Anwesen dürfe nur der Betriebsleiter des Freizeitparks wohnen, entschieden die Richter am Donnerstag. Auch wenn das im Baubescheid des Heidekreises von 1985 nicht ausdrücklich vermerkt sei, so gehe diese Nutzungsbeschränkung eindeutig aus zuvor verfassten Anträgen des Klägers und anderen Auflagen bei Genehmigungen der Baubehörden hervor. (Az. 1 LB 189/11) Eine Revision gegen das Urteil über die Nutzung wurde nicht zugelassen. Dagegen kann der Kläger aber noch Beschwerde einlegen.

Die Verantwortlichen des Heide-Parks sehen in den beiden Verfahren nur einen Versuch des Gründers, den Preis seines derzeit im Internet für fünf Millionen Euro offerierten Anwesens nach oben zu treiben. „Es hat für uns den Anschein, als wolle er letztlich den Heide-Park zu einem Erwerb seiner Immobilie bewegen, indem er gegen die Baugenehmigungen vorgeht und sich so “lästig“ macht“, sagte Geschäftsführerin Sabrina de Carvalho.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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