Minister Uwe Schünemann überreicht Landrat Manfred Ostermann Urkunde

Freie Fahrt für „Heidekreis“

Uwe Schünemann und Manfred Ostermann mit einem neuen Kennzeichen. ·

Landkreis - Was vor dreieinhalb Jahren mit Diskussionen im Kreistag seinen Anfang genommen hatte, fand gestern Vormittag im Kreishaus in Bad Fallingbostel sein gutes Ende. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann überreichte Landrat Manfred Ostermann die Urkunde zur Umbenennung des Landkreises in Heidekreis mit Wirkung vom 1. August.

„Es ist eine Premiere im Land, dass ein Kreis ohne Gebietsreform umbenannt wird“, sagte Schünemann vor Verwaltungsmitarbeitern, Politikern, Bürgermeistern und allgemeinen Vertretern. Im Zuge der Gebietsreform hätte der Landkreis vor gut 35 Jahren den Namen Soltau-Fallingbostel erhalten. „Das war nicht ganz einfach.“ Die Bevölkerung hätte sich damit nie richtig angefreundet. „Wir können daraus lernen, dass Zwangsfusionen nicht sinnvoll sind“, so der Minister. Die Bürger müssten Entscheidungen nachvollziehen können und mittragen. „Es ist wichtig, sich mit dem Namen zu identifizieren.“

Die Benennung spiele auch für die Vermarktung der Region eine wichtige Rolle. Optisch sei die Werbung für den neuen Namen schon hervorragend gelungen, sagte Schünemann. Und der Name Soltau-Fallingbostel sei in all den Jahren keine prägnante Marke geworden.

Das Ministerium hätte nun den Bürgerwillen nochmal gründlich überprüft und die Verhältnisse vor Ort betrachtet. Praktisch sei die Umbenennung vielfach schon vollzogen worden, spielte Schünemann auf Musikschule, Volkshochschule und die Abfallwirtschaft an, die ein „Heidekreis“ im Namen tragen.

Wichtig sei es, so der Minister, die Region und die Nachbarlandkreise nicht außen vor zu lassen. Es seien Gespräche geführt worden, und er sei optimistisch, dass man den Namen akzeptieren werde.

Bevor die Entscheidung für den Namen Heidekreis gefallen sei, hätte man sich zudem Gutachten angeschaut. Zwar gebe es in einigen Punkten Stabilisierungsbedarf, „wir werden Bevölkerung verlieren“, trotzdem gebe es bei den Grundstrukturen keinen Handlungsbedarf. In anderen Worten: Der Heidekreis wird Bestand haben. Für eine Vergrößerung sieht das Innenministerium keine Veranlassung.

Ostermann bezeichnete den Zusammenschluss der Landkreise Soltau und Fallingbostel 1977 als Zwangsheirat. Am 9. April 2010 hätte der Kreistag den Beschluss gefasst, den Umbenennungs-Antrag zu stellen. „Ziel war es, dem Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem neuen Namen Rechnung zu tragen. Zusätzlich sollte herausgestellt werden, was den Kreis charakterisiert. Und immerhin finde man hier fast 30 Prozent der niedersächsischen Heideflächen.

Praktisch werden die meisten Bürger die Umbenennung an den neuen Kennzeichen spüren. Ab 1. August wird nur noch „HK“ ausgegeben. Für aktuelle SFA-Halter sind Kennzeichen bis 9. September reserviert. Sie haben die Chance auf Umtausch. Eine Pflicht wird es nicht geben. · sal

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