Bei Familie Panning in Rethem-Moor wird zwischen den Jahren geräuchert

Fisch nach der Faustformel

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Prost! Gerd Panning (l.) stößt mit Gast Volker Hein an. Kleinesutachtet die Makrelen im Räucherofen. · Fotos: Bätje

Rethem - RETHEM-MOOR · Bei Gerd Panning aus Rethem-Moor hängt ein Spickzettel an der Wand. Nur für den Fall, dass er trotz aller Routine mal die richtige Zusammensetzung für den Sud vergessen sollten, in den der Fisch eingelegt wird, bevor Panning für Familie, Freunde und Nachbarn den Räucherofen anschmeißt.

Makrelen, Lachsforelle, Seelachs und einiges mehr, goldgelb schillernd und fetttriefend, zog Gerd Panning am Sonntag aus dem Rauch. Zur Freude der mehr als 30 Gäste, die sich zu dieser beliebten Traditionsveranstaltung im Panningschen Garten einfanden.

„Früher haben wir das immer an Heiligabend gemacht“, erzählt Panning. Weil man dann aber ein ums andere Mal die Zeit vergessen und daher den Kirchgang nicht mehr geschafft habe, sei das Treffen am Räucherofen auf die Tage zwischen den Jahren verlegt worden.

Vier Durchgänge waren nötig, um aus den Fischen die verlockend duftende Spezialität zu machen. Peter Jaspers und Heinz Weber, beides Freunde der Familie Panning, hatten mit ihren Fängen die Versorgung der Gästeschar sichergestellt. Und Gerd Panning selber hatte schon vor Wochen gemeinsam mit Sohn und Enkel vor Bensersiel 63 Makrelen aus der Nordsee gezogen, vor Ort geputzt und daheim eingefroren.

Rechtzeitig vor der Feier kam der Fisch aus dem Eis und – aufgetaut – in den würzigen Sud. „Fischgewicht mal 1,5“, nennt Panning das Maß für die benötigte Wassermenge. Darin wird dann einiges an Salz aufgelöst. „Fischgewicht geteilt durch sieben“, lautet die Faustformel. Zwiebeln, Lorbeer, Pfeffer und weitere Gewürze sorgen für den guten Geschmack, der aber natürlich durch das Räuchern so richtig rund wird.

Je nach Größe kommen die Fische 20 bis 45 Minuten zum Garen in den Ofen. Dann schmeißt der Rethem-Moorer Späne auf die Glut und das Räuchern beginnt.

Der Nachbar bringt selbst gebackenes Brot mit, darauf kommt leckere Kräuterbutter, als Nachtisch lockt Butterkuchen vom Blech. „Ein unnachahmliches Ambiente“, schwärmen die, die jedes Jahr dabei sein dürfen.

Dazu gibt es Glühwein. Und wer es etwas härter mag, hält sich an Wodka oder auch den Geist der Birne. Fisch muss schließlich schwimmen.

Es wird viel geredet und gelacht. Und in den vergangenen Jahren mischte sich stets das Blöken neu geborener Osterlämmer, die sich etwas zu sehr beeilt hatten, in das Stimmgewirr. Das bleibe diesmal aus, da die Schafe sich etwas mehr Zeit gelassen hatten. „Aber in spätestens 14 Tagen kannst du wiederkommen und den Nachwuchs fotografieren“, ist ihr Besitzer zuversichtlich.

Derweil ist Gerhard Panning aber damit beschäftigt, den einen oder anderen Räucherfisch noch an liebe Mitmenschen zu verschenken. „Man gibt vereinzelt noch welchen mit“, formuliert er es und fügt hinzu: „Wenn man so einen Tag hinter sich hat, ist man auch erstmal gesättigt, was Fisch angeht.“ · kp/bä

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