Versammlung in der Festhalle in Munster / Themen: Heidekreis-Klinikum und Wahlvorbereitung

Emotionale Angriffe prägen den CDU-Kreisparteitag

Matthias Ernst unterstützt das Bürgerbegehren.

Walsrode - MUNSTER (hf) · Was am Sonnabend in der Munsteraner Festhalle als scheinbar normaler Parteitag begann, das wirkte zeitweise wie eine Spaltung der CDU im Heidekreis.

Angriffe seitens des Soltauer CDU-Sprechers Matthias Ernst gegen die Kreisvorsitzende Gudrun Pieper und den Vorstand führten schließlich zur Abänderung der Tagesordnung, und dann folgte ein Schlagabtausch mit Argumenten für oder gegen ein Bürgerbegehren zur Umstrukturierung des Heidekreis-Klinikums. Es gab Pfiffe, Worte wie „Betrug“ und „Lügner“ fielen. Daten aus dem Krankenhaus-Gutachten standen Soltauer Zahlenspielen gegenüber.

Hermann Norden, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Vorstandsmitglied, zitierte aus dem Gutachten. Die nach der Variante „C“ mehrheitlich im Kreistag beschlossenen vorgesehenen Spezialisierungen an beiden Standorten seien aus medizinisch-strategischer wie betriebswirtschaftlicher Sicht der richtige Weg.

Der Soltauer CDU-Sprecher Matthias Ernst sprach von einer Besserstellung Walsrodes, dies wirkte aber auf viele Delegierte unglaubwürdig. Dass es den Soltauern eigentlich nur um den Erhalt ihrer Kinderklinik gehe, wie Pieper sagte, bestritt Ernst vehement. Nach Erkundigungen der Kreisvorsitzenden werden in beiden Kinderkliniken zurzeit jeweils zwischen 14 und 16 Kinder behandelt. Da könne man sich freuen, wenn man wenigstens eine Kinderklinik behalten könne, so Pieper.

Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke gab zu bedenken, dass man im Heidekreis zukunftsfähige Strukturen schaffen müsse. Aus den Fördertöpfen der EU würden ab 2014 weniger Mittel in die Region fließen. Ripke warf Ernst vor, sich zum Anwalt der Bürger machen zu wollen und den CDU-Vorstand schlecht zu machen. „Das lasse ich nicht zu.“ Im Kreistag, so Ripke, hätte man sich über die Fraktionsgrenzen hinweg versprochen, jede gefallene Entscheidung für die Zukunft der Kliniken zu unterstützen. „Alle halten sich dran, nur Soltau nicht.“

Andere Tagesordnungspunkte, wie die Neuaufstellung der Kreis-CDU im Hinblick auf die Kommunalwahlen im Herbst und Themenschwerpunkte traten in den Hintergrund.

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