Dorothea Thimm aus Kirchwahlingen zeigt ihre Sammlung bäuerlicher Utensilien

Eine kleine Reise zurück in Urgroßvaters Zeiten

Diese Waschmaschine mag einst die Hausfrau glücklich gemacht haben. Die ganze Arbeit abgenommen hat sie ihr nicht.

Kirchwahlingen - Als Dorothea und Dr. Konrad Thimm vor acht Jahren das Kirchwahlinger Rittergut der von Dürings erwarben, ging auch manch verborgenes Kleinod in den Besitz des Paares über. Die alten Gerätschaften, die Dorothea Thimm von Scheunenböden und aus kleinen Kammern barg, füllen nun, ergänzt durch Beuten von Flohmärkten und Haushaltsauflösungen, eine Art privates Museum, das die Kirchwahlingerin gerne für Interessierte öffnet.

Im Grunde genommen habe sie beim Herrichten des ehemaligen Stalles der pure Egoismus angetrieben, gibt Dorothea Thimm lachend zu. Denn die Sammelleidenschaft währt schon ihr halbes Leben, nur hat sie all die Gebrauchsgegenstände von anno dazumal nie so recht zeigen können. Schweift ihr Blick nun durch den rund 40 Quadratmeter großen, mit vielen Utensilien gefüllten Raum, empfindet die 60-Jährige wahre Freude – und das völlig zu recht.

Nach Themen sortiert, vermitteln die vielen Utensilien dem Betrachter einen guten Eindruck vom (Land-)Leben zwischen 1850 und 1950. Der kleine Rundgang beginnt am alten Kohlenherd, führt vorbei am Vorratsregal mit den Einmachgläsern, einer mit Zinkblech ausgeschlagenen Spüle und vielem mehr, was nötig war, um den Haushalt in Schuss zu halten. Genügt heute ein Knopfdruck, um saubere Wäsche zu erhalten, war vor 100 Jahren noch Körperkraft gefragt. Das dokumentieren nicht nur die Waschbretter, die in Reih‘ und Glied stehen, sondern auch die Waschmaschine, deren Drehmechanismus per Hebel bewegt wird.

Vorbei an Werkzeugen, Waschtisch und gemütlichem Bett, endet der Weg schließlich an der Kaffeetafel, die nur darauf zu warten scheint, dass man endlich an ihr Platz nimmt.

Das tut Dorothea Thimm dann auch, um von ihren vielen Fundstücken zu berichten. Besonders das alte, noch von Hand gewebte Leinen hat es ihr angetan. „Keines ist wie das andere“, schwärmt sie von den mal groben, mal feinen Tüchern und zollt denen, die sie einst herstellten, großen Respekt.

Vor allem Bücher dienen der gelernten OP-Schwester als Quelle. Und „ich unterhalte mich sehr gerne mit alten Menschen“, weiß Dorothea Thimm deren Erinnerungen sehr zu schätzen.

Dennoch: Nicht alle Gerätschaften geben ihre Funktion sofort preis. Auch manche Fundstücke in dem kleinen Museum haben ihre Geheimnisse. So sind denn bei Dorothea Thimm nicht nur die willkommen, die etwas über das bäuerliche Leben in alter Zeit erfahren möchten sondern auch die, die davon erzählen können.

Absprachen zur Besichtigung können mit Dorothea Thimm unter Telefon 05165/290546 (abends) getroffen werden. · kp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf: Die Bilder zum Saisonhighlight

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Leipzig im Halbfinale - Poulsen und Hwang treffen gegen VfL

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Elfmeter und Doppelschlag: Bayern-Schreck Kiel stoppt Essen

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Hefezopf und Rüblikuchen: So wird Ostern richtig fluffig

Meistgelesene Artikel

Rethems Bürgermeister reagiert auf Shitstorm

Rethems Bürgermeister reagiert auf Shitstorm

Rethems Bürgermeister reagiert auf Shitstorm
Thekenmannschaft wurde zum Verein

Thekenmannschaft wurde zum Verein

Thekenmannschaft wurde zum Verein
Beeindruckende Leistungen

Beeindruckende Leistungen

Beeindruckende Leistungen
Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7

Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7

Lkw-Fahrer stirbt bei Unfall am Stauende auf A7

Kommentare