Schüler aus Rethem: Einwöchiges Praktikum im Industriepark Walsrode

Einblick in die Arbeitswelt

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Schulleiter Ulrich Förster im Gespräch mit Schülern.

Rethem / Bomlitz - Eine Woche lang waren die Schüler der Klasse 9a der Heinrich-Christoph-Londy-Schule Rethem jeden Tag zu Gast im Industriepark Walsrode. Grund war ein gemeinsames Projekt, das den Jugendlichen Einblick in die Metallbearbeitung gewähren sollte. „Genau genommen handelte es sich um ein Ergänzungsangebot“, sagte Schulleiter Ulrich Förster.

Im Sommer werden fünf weitere Projekttage hinzukommen, dann geht es in die Elektroabteilung. „Wir waren in diesem Schuljahr nicht in der Lage, allen Schülern im Unterrichtsbereich Technik das vorgesehene Angebot zukommen zu lassen, und so haben wir erfreut zugegriffen, als sich diese Möglichkeit der Kooperation mit dem Industriepark bot“, so Förster weiter.

Jungen und Mädchen nahmen gleichermaßen am Projekt teil. „Das halten wir für sinnvoll“, erklärte Ausbildungsleiter Horst Finkas, „denn so etwas wie reine Männerberufe werden immer rarer. Auch bei uns sind inzwischen 25 Prozent der Arbeitsplätze durch Frauen besetzt.“

Ein solches Projekt bringe den normalen Ausbildungsbetrieb nicht durcheinander. Sie seien darauf eingestellt, sagte Finkas. Das Ganze sei doch etwas anderes als die Ausbildung im Arbeit-Wirtschaft-Technik-Unterricht oder bei den BBS. Solche Authentizität könne die Schule einfach nicht rüberbringen. Manche Arbeitsweisen und Handgriffe seien den Schülern möglicherweise schon bekannt gewesen, doch wenn man selber etwas produzieren und anschließend behalten könne, wie beispielsweise Schlüsselanhänger, Geschicklichkeitsspiele oder Erkennungsmarken, dann motiviere das zusätzlich. „Außerdem begrüßen wir es, wenn die Schüler mit Auszubildenden zusammenkommen und sehen, wie deren Alltag hier aussieht.“

Bevor die Praktikanten von der Leine gelassen wurden und selber an Werkzeugen oder Maschinen arbeiten durften, gab es eine ausführliche Einweisung, bei der besonders auf die Gefahren und wie man diese vermeidet, hingewiesen wurde. Es ging vor allem um Schutzbrillen, Arbeitsschuhe oder wie man die Haarpracht bändigt.

„Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass mein späteres Berufsleben so aussieht, aber das ist einmal etwas ganz anderes als nur theoretischer Unterricht“, äußerte sich eine Schülerin zum Projekt. „So etwas könnte jedes Jahr stattfinden.“ Generell kann gesagt werden, dass die Rethemer Schüler gerne noch länger geblieben wären.

Trotzdem wird es in Zukunft derartige Projekte nur vereinzelt geben. Große Betriebe, die so etwas leisten können und über einen Ausbildungsbetrieb verfügen, gibt es in der Region nicht allzu viele. Außerdem sind eine besondere Planung und finanzielle Mittel erforderlich. In diesem Zusammenhang gilt der besondere Dank der Schule dem ausbildenden Betrieb, der Volksbank und der Arbeitsagentur. Das restliche Geld stammt aus dem Topf für die Ganztagsschule.

Auch die Schülerbeförderung machte besondere Maßnahmen erforderlich. Bis Walsrode ging es jeden Morgen mit dem Schulbus und dann per Sonderfahrt weiter nach Bomlitz. ·

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