Heinrich Thies über die Höllenfahrt eines Totschlägers / Freitag Lesung in Walsrode

„Der Pastor leugnete bis zuletzt“

+
Der Autor Heinrich Thies. ·

Hademstorf - Der Pastor Klaus Geyer wurde 1997 angeklagt, seine Frau getötet zu haben. Über den spektakulären Mord-Prozess berichtete der Hademstorfer Schriftsteller und Journalist Heinrich Thies bereits damals für Wochen- und Tageszeitungen.

So sieht der Titel des Buches „Passion“ aus.

Jetzt hat er mit dem Roman „Passion – Höllenfahrt eines Pastors“ einen Roman vorgelegt, der sich auf den realen Fall bezieht. Thies wird sein neues Buch am Freitag, 5. April, um 19.30 Uhr, in der Volkshochschule Walsrode, Kirchplatz 4, vorstellen. Der Autor wird ausgewählte Passagen lesen, über seine Intention sprechen und die Fragen des Publikums beantworten. Der Eintritt beträgt sieben Euro. Anmeldung bei der VHS Walsrode, Telefon 05161/948880. Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete Thies von seiner Arbeit. „Interessiert hat mich an diesem Fall, dass da ein Pastor vor Gericht stand, dem man eine solche Tat niemals zuvor zugetraut hatte – ein Pazifist, ein Vertreter der Friedensbewegung, ein Gemeindepastor, der von sich sagte, dass er nie zuvor in irgendeiner Weise Gewalt gegen seine Frau ausgeübt hat. Es war kein üblicher Krimineller, der sich vor Gericht verantworten musste.“

Das andere, was sein Interesse geweckt hätte, sei der Umstand gewesen, dass diese Tat aus einer besonderen Ehe hervorgegangen sei. Eine Ehe, in der sich beide Ehepartner große Freiheiten eingeräumt hätten. Vor allem Geyer hätte ja diverse außereheliche Beziehungen gehabt – aber auch seine Frau hätte ihre Affären gehabt. „Was mich besonders beschäftigt, ist die Ehetragödie, die sich damit verbindet – wie aus Liebe wütender Hass werden kann, wie ein liebender Partner sich zum Totschläger entwickelt.“

Thies besuchte Geyer im Gefängnis. Er hätte die Tat bis zuletzt geleugnet. „Ich gehörte zu denjenigen, die das Gefühl hatten, dass er die Tat derart verdrängt hat, dass er sich selbst für unschuldig hielt.“

„Ich fand es sehr spannend, die Perspektive des Täters einzunehmen, mich sozusagen in die Gedanken und Gefühle des Pastors zu versetzen. Das geht natürlich nur bei einer fiktiven Figur, die man mit ihren Emotionen frei ausgestalten kann. Auch eigene Erfahrungen fließen dabei ein. Also, ich habe mich sehr weit in diese Figur hineinbewegt, habe aber parallel dazu eine andere Perspektive in den Roman eingebaut, nämlich die Perspektive des Pastorensohns. Ich habe auch Tagebucheintragungen der getöteten Pastorsfrau einbezogen, so dass die Sichtweise des Täters immer wieder durch andere Perspektiven gebrochen wird.“

Das könnte Sie auch interessieren

Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"

Das waren die zwölf erfolgreichsten Deals aus "Die Höhle der Löwen"

Rapid Wien weiter - AC Mailand verpasst K.o.-Runde

Rapid Wien weiter - AC Mailand verpasst K.o.-Runde

EU will angeschlagener May helfen - aber nur mit Worten

EU will angeschlagener May helfen - aber nur mit Worten

Arme Staaten ziehen bittere Klima-Bilanz: "Nichts erreicht"

Arme Staaten ziehen bittere Klima-Bilanz: "Nichts erreicht"

Meistgelesene Artikel

Dreiste Diebe stehlen Weihnachtsmann aus Vorgarten

Dreiste Diebe stehlen Weihnachtsmann aus Vorgarten

Polizei fasst gesuchten Straftäter

Polizei fasst gesuchten Straftäter

Schwerer Unfall auf der A7: Mann fährt ungebremst in Sattelzug

Schwerer Unfall auf der A7: Mann fährt ungebremst in Sattelzug

Fahndungsaufruf: Polizei sucht Cedric S.

Fahndungsaufruf: Polizei sucht Cedric S.

Kommentare