Theatergruppe Lafibo: Neues Stück

„Der Gott des Gemetzels“

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Vier seltsame Charaktere.

Bomlitz - „Der Gott des Gemetzels“ lautet der Titel der bitterbösen Komödie mit Tiefgang, mit der die Theatergruppe LaFiBo am Sonnabend, 3. Oktober, um 20 Uhr, in der Oberschule Bomlitz Premiere feiert.

Ein bürgerliches Wohnzimmer in Deutschland. Dort treffen sich zwei Elternpaare, um in aller Ruhe über die Missetat von Ferdinand zu reden. Der elfjährige Sohn von Annette und André hat Bastian, dem Sprössling von Victoria und Michael, auf dem Schulhof zwei Zähne ausgeschlagen – mit Schädigung des Nervs.

Welche Schäden die Eltern der beiden Raufbolde aufweisen, wird in den nächsten beiden Stunden genüsslich ausgebreitet, ausgespien, ausgekotzt – und das zum großen Spaß der Zuschauer.

Angela Kirchfeld spielt die wie aus dem Ei gepellte, zunächst über alles hinweg lächelnde, später besoffen Gift und Galle spuckende Geschäftsfrau Annette. Dabei hat es ihre Figur nicht leicht, denn sie muss mit einem Ekel von Ehemann zurechtkommen.

Ragnar Garski verkörpert den zynischen Yuppie-Anwalt André, dem alles wurscht ist, außer sein nächster Winkelzug im Dienst einer dubiosen Pharmafirma.

Das andere seltsame Paar besteht aus einem Neurotiker mit Gutmenschen-Attitüde und Mutterkomplex: Michael, gespielt von Olaf Welke. An seiner Seite steht Victoria, eine esoterisch angehauchte Schnepfe mit Faible für die entrechteten Völker Afrikas, gespielt von Regina Will. Zuhause liebt diese es, genüsslich ihren Mann zu demontieren, indem sie ihn vor ihren Gästen bloßstellt, ohne zu bemerken, dass sie sich dabei selber demontiert. So wie das gesamte Quartett auf der Bühne.

Denn nach anfänglichem Smalltalk lassen auch Victoria, Annette und Michael tief in ihre Abgründe blicken, befeuert vom Cognac aus der Bar.

Die Doppelmoral, die Verlogenheit, der Zynismus, die Unbarmherzigkeit, der Hass auf den Partner, nur weil dieser Schwächen zeigt – all diese bürgerlichen Abgründe führen die vier auf der Bühne vor. Dass das Ganze kein bürgerliches Trauerspiel ist, sondern ein Heidenspaß, liegt an der herrlich absurden, teilweise slapstickartigen Szenenfolge mit Wortwitz, Running Gags und den grotesken Dialogen. Regie führt Matthias Bruns, der vielen bereits von der Plattdeutschen Bühne bekannt ist.

Das Theaterstück von Yasmina Reza gilt als eines der erfolgreichsten der letzten Jahrzehnte.

Weitere Aufführungen finden am Sonntag, 4. Oktober, um 18 Uhr, am Sonnabend, 28. November, um 20 Uhr, und am Sonntag, 29. November, um 18 Uhr, statt.

Vorverkauf: Schreibwaren Bartels, August-Wolff-Straße 2, Bomlitz, über die Homepage www.lafibo.de oder telefonisch unter 0152/ 55783701. Weitere Termine und Gastspiele auch in den Schulen sind auf Anfrage unter Telefon 04262/2504 möglich.

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