Landwirtschaftsminister Meyer für flächenbezogene Tierhaltung

„Lust aufs Land wecken“

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Elf Bio-Höfe boten in Wenzingen ihre Produkte an.

Wenzingen - Für Niedersachsens grünen Landwirtschaftsminister Christian Meyer war es quasi ein Heimspiel, als er den ersten Bio-Markt der Region in Wenzingen auf dem Bio-Hühnerhof Wildung zwischen Bomlitz und Bad Fallingbostel besuchte, um dort über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren.

Elf Bio-Landwirtschaftsbetriebe boten ihre Produkte einer großen Schar von Besuchern an. Der Aufwand von Katja Lüssenhop-Wildung und Ralph Wildung hatte sich gelohnt.

Stände von Naturschutz- und Ökolandbau-Verbänden boten Informationen und für Kinder Aktionen zum Mitmachen. Wasserbüffel vom Bio-Hof Eilte und die freilaufenden Hühner von Ralph Wildung hatten am Ende des Tages weit mehr als tausend Besucher angelockt.

Gut acht Milliarden Euro Umsatz mache die Bio-Branche pro Jahr in Deutschland, teilte Bioland-Geschäftsführer Harald Gabriel anlässlich der Diskussion mit dem grünen Landwirtschaftsminister mit. Aber insgesamt betrage der Bio-Anteil bei den Einkäufen der Verbraucher nur um die ein Prozent. Gabriel kennt das Dilemma: „Fragt man die Leute, dann wollen alle Bio, aber im Laden greifen sie dann doch zu den billigen Lebensmitteln.“

Minister Meyer will für Niedersachsen „die sanfte Agrarwende schaffen“. Das heißt für ihn unter anderem keine Massentierhaltung, kein Schnabelkürzen, keine Schweine ohne Ringelschwänze und eine flächenbezogene Tierhaltung. „Wir benötigen eine Öko-Offensive“, so der Minister, der im Publikum nicht nur Befürworter fand. Als Meyer sich für bessere Gesundheitsbildung und Schulernährung aussprach, kritisierte die Rethemer Lehrerin Christiane Schmid aus Rethem, dass diese Ziele nicht umgesetzt würden.

Heiner Hellberg, Bio-Hof Eilte, ein Bioland-Bauer der ersten Stunde, mahnte eine bessere Bodenschonung an. Der Boden sei Lebensgrundlage und dürfe nicht weiter durch Pestizide und andere Schadstoffeinträge belastet werden. Die Landwirtschaft müsse endlich zu einer gesunden Kreislaufwirtschaft zurückkommen, so Hellberg.

Es könne nicht angehen, ergänzte der Minister, dass zum Beispiel überschüssige Gülle durchs Land transportiert werde, um sie ganz woanders auszubringen. Man müsse die ländliche Entwicklung insgesamt im Blick behalten, sagte Meyer. Es gelte, den ländlichen Lebensraum weiter attraktiv zu gestalten. „Mehr Lust aufs Land wecken“, lautet die Devise Meyers.

hf

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