Festakt zum 200-jährigen Bestehen des Produktionsstandortes Bomlitz

Erfolgreich und sozial

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Staatssekretärin Daniela Behrens.

Bomlitz - International waren die 170 Besucher beim Festakt im Betriebsrestaurant anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Produktionsstandortes Bomlitz. „Betriebsrestaurant“ statt Kantine spiegelt offenbar das wider, was Dow Chemical in den Reden nachgesagt wurde: Der Gedanke eines sozialen Miteinanders, die Fürsorge für die Mitarbeiter in 200 Jahren Industriegeschichte.

Dafür spreche auch, dass es in den vergangenen zwei Jahren keinen einzigen Unfall gegeben habe, nicht mal einen Kratzer am Finger, so Dow-Geschäftsführer Dr. Neldes Hovestad. Mit Humor blickte der Niederländer zurück und berichtete, dass es in Bomlitz nahezu von Beginn an Holländer in der Firmengeschichte gegeben habe. Überhaupt: „Bomlitz ist international, Bomlitz steht für Vielfalt“, sagte Hovestad.

Dr. Frank Wallbaum von der Walsroder Casings GmbH berichtete, dass Dow 1994 als erstes Unternehmen eine Abgasreinigung eingeführt habe. „Danach wurde nicht nur das Betriebsklima deutlich besser“, scherzte Wallbaum. Da sich anschließend die dunklen und stinkenden Wolken verzogen hätten, habe Fallingbostel seinen lang ersehnten Titel als Bad erhalten.

Olaf Lies, Niedersachsens Wirtschaftsminister und im Juni bei seinem Dow-Besuch noch besorgt darüber, dass dort weniger Auszubildende als sonst eingestellt werden, blieb der Veranstaltung fern. Die Skandale und Zukunftssorgen von Volkswagen riefen den Sozialpolitiker in die Aufsichtsratssitzung nach Braunschweig. Stattdessen reiste Staatssekretärin Daniela Behrens an. Sie sprach vor allem über Zahlen und Erfolge der niedersächsischen Wirtschaft, an denen die Chemieindustrie wesentlich beteiligt sei. Sie belege mit 24000 Beschäftigten und zehn Milliarden Euro Umsatz im Jahr Platz vier der Landesstatistik. Zum Vergleich: An der Spitze steht die Autoindustrie mit 14300 Beschäftigten und 83 Milliarden Umsatz, gefolgt von der Nahrungsmittel- und Maschinenindustrie.

Mit Blick auf die Chronik des Industrieparks sagte die Staatssekretärin: „Kompliment zu dem Buch. Es ist sehr gut gelungen.“

Bomlitz‘ Bürgermeister Michael Lebid erwähnte, dass die Familie Wolff sozial gedacht und schon Jahre vor Bismarck eine Unterstützungskasse für Kranke und Verletzte einführt habe. Ein Großteil der Belegschaft seien Frauen gewesen, die in den Kriegsjahren für höhere Löhne gestreikt hätten.

Nach dem Bau von Kläranlage und Luftfilter sei Bomlitz zwar sauber. Aber, so räumte Lebid ein, „nach wie vor sind es die Menschen, die die Qualität des Ortes ausmachen. Die Vergangenheit liegt hinter uns, die Gegenwart fordert uns“, sagte der Bürgermeister. Ihm sei vor der Zukunft nicht bange. Er bekam von Hovestad einen Scheck in Höhe von 200000 Euro überreicht. Das Geld soll laut Lebid für die Freiwillige Feuerwehr eingesetzt werden, die ein neues Fahrzeug benötigt.

bd

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