Landrat Manfred Ostermann spricht von schwieriger Situation

Heidekreis: Zwei Impfstrecken geschlossen

Leere Stühle in der Heidmark-Halle.
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Zwei der vier Impfstrecken sind derzeit außer Betrieb im Impfzentrum.

Astrazeneca darf im Heidekreis nicht mehr verimpft werden. Landrat Manfred Ostermann zeigt sich in einem Pressegespräch enttäuscht. 4.521 Impftermine waren bereits vergeben.

  • Zwei von vier Impfstrecken im Impfzentrum des Heidekreises sind geschlossen.
  • Derzeit wird nur Biontech und Moderna verabreicht.
  • Das Impfzentrum soll auf jeden Fall geöffnet bleiben.

Heidekreis – Die Entscheidung der Bundesregierung, den Impfstoff vom Hersteller Astrazeneca vorerst zu stoppen, wirkt sich auch auf den Heidekreis aus. „Seit gestern um 15.40 Uhr sieht alles anders aus. Astrazeneca darf nicht mehr verimpft werden“, schilderte Landrat Manfred Ostermann bei einem länger geplanten Pressetermin im Impfzentrum.

4.521 Impftermine ausgesetzt

Eigentlich sollte dort Bilanz gezogen werden. „Das ist alles eine schwierige Situation, vor der wir stehen“, so Ostermann. Eigentlich sei bis zur 14. Kalenderwoche der Impfkalender durchgetaktet gewesen. „Es waren 4.521 Impftermine für Astrazeneca vergeben. Das ist nun alles gestoppt“, zeigte sich der Landrat enttäuscht. Die positive Botschaft des Tages war, dass die 738 Biontech-Dosen wie geplant verimpft würden.

Impfzentrum bleibt offen

„Das Impfzentrum bleibt offen. Das soll die Botschaft sein“, wurde Ostermann deutlich. Der Biontech-Impfstoff sei auf Lager und die zugeteilten Termine für vornehmlich ältere Mitbürger würden wie geplant durchgeführt. In den kommenden Wochen seien drei weitere Lieferungen von jeweils 1 170 Biontech-Dosen vom Land zugesichert, sodass der Betrieb aufrechterhalten werden solle. Auch zweimal 300 Moderna-Dosen sollten zugesichert sein. „Wir wollen hier nicht die Tür ab- und wieder aufschließen“, sagte Ostermann.

Astrazeneca-Vakzin wird gelagert

Auf zwei Impfstrecken werde der Ablauf nun möglichst harmonisch organisiert, sagte der Landrat. Zwei blieben außer Betrieb, obwohl 4 521 Astra-Dosen vor Ort gelagert würden. Nach Aussage Ostermanns blieben diese bei ordnungsgemäßer Aufbewahrung ein halbes Jahr haltbar. Trotz vieler Anfragen, diesen Wirkstoff auf eigenes Risiko geimpft zu bekommen, habe er klare Absagen erteilen müssen. „Es ist jetzt schlichtweg verboten, mit Astrazeneca zu impfen“, so Ostermann. Er habe diesbezüglich viele persönliche E-Mails erhalten. Beim Thema Zweitimpfung blieb der Landrat ruhig. Diese sei bei den Geimpften erst nach drei Monaten vorgesehen. Bis dahin herrsche hoffentlich Klarheit, was den Wirkstoff von Astrazeneca betreffe.

Eine Lanze für diesen Impfstoff brach Dennis Protz vom Deutschen Roten Kreuz. „Astrazeneca hat das gemacht, was es soll. Es hat eine Impfreaktion ausgelöst“, fasste er zusammen und berichtete von nur vier Fällen einer Reaktion unmittelbar nach der Impfung. Es habe sich um Kreislaufprobleme gehandelt, die aber eher auf die Situation beim Impfen und die Aufregung zurückzuführen gewesen seien. Eine Person habe wegen des Stresses schon vor dem Impfen Kreislaufprobleme bekommen.

Landrat befürchtet Imageverlust des Astrazeneca-Mittels

Im Imageverlust des Astrazeneca-Mittels sah Ostermann ein Problem für die Zukunft. Nach der Klärung zu dem Wirkstoff solle die Bundesregierung umfassend informieren, weil die Verunsicherung in der Bevölkerung schon groß sei.

Mit den über 4 000 Astra-Dosen hätte für den Heidekreis der Durchbruch bei den Erstimpfungen geschafft werden und die Impfquote auf elf Prozent noch vor Ostern gebracht werden sollen. Dementsprechend äußerte Ostermann seine Enttäuschung, dass trotz bester Vorbereitung vor Ort nun kurzfristig aus Berlin der Stopp verordnet worden sei.

Immerhin seien seit dem Start am 4. Januar 7 664 Erst- und 4 797 Zweitimpfungen mit dem Mittel aus dem Hause Biontech durchgeführt worden. 566 Impflinge stammten aus dem medizinischen Bereich. Die große Mehrheit seien jedoch Menschen mit über 80 Lebensjahren gewesen. 1 214 Menschen hätten die Astrazeneca- und 320 die Moderna-Erstimpfung erhalten.

Ziel sei es die Kapazität des Impfzentrums so schnell wie möglich auf die maximale Tageskapazität zu erhöhen, so Ostermann. Jedoch bleibe der Heidekreis auf die Zuweisungen des Landes Niedersachsen angewiesen. Der Landkreis könne dort nicht einfach bestellen.

Der Parkplatz an der Heidemark-Halle solle im Übrigen mit Schotter umgebaut werden, damit der künftige Ansturm nicht nach der Impfung mit dem Auto im Morast stecken bleibe.  lee

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