ZJEN macht Front gegen Landesregierung

Verteidigung des Jagdrechts

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Einstimmig beschlossen die ZJEN-Mitglieder die „Bad Fallingbosteler Resolution“.

Bad Fallingbostel - Seit Jahren reagieren Jäger, Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer empfindlich auf Einschränkungen des Jagdrechtes durch die Niedersächsische Landesregierung. Auf der Generalversammlung des ZJEN (Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen) in der Heidmarkhalle in Bad Fallingbostel ging Präsident Hans-Heinrich Ehlen auf Konfrontationskurs zur Landesregierung.

Der ZJEN verlangt von Ministerpräsident Stephan Weil, dass er die grünen Minister Christian Meyer und Stefan Wenzel stoppt und eine Aushöhlung des grundrechtlich verbrieften Jagdrechtes verhindert. Eine entsprechende „Bad Fallingbosteler Erklärung“ wurde einstimmig von den mehr als 800 anwesenden Mitgliedern angenommen.

Ehlen kritisierte die Verkürzung der Jagdzeiten auf bestimmtes Wild als unbegründet und fachlich nicht geboten. Diese und andere neue Bestimmungen höhlten das Jagdrecht sowie das Eigentumsrecht der Jagdgenossen und Eigenjagdbesitzer aus. Der ZJEN unterstützt in dieser Sache mehrere Normenkontrollklagen gegen die Landesregierung.

Zudem kümmere sich die Regierung nicht um das Problem der Wildgänse. In den niedersächsischen Küstenregionen hätten die Grundbesitzer erhebliche Schwierigkeiten mit Verunreinigungen von Flächen. Die Einführung von Jagdintervallen mit zwischenzeitlichen Ruhezeiten für die Gänse sei kontraproduktiv, so Ehlen. Außerdem würden die Grundbesitzer mit ihren Schäden quasi allein gelassen, ähnlich wie bei denen durch die Wolfs-Population. Der Wolf, so die Forderung des ZJEN-Präsidenten, müsse ins Jagdrecht aufgenommen werden. Auf eine Änderung der Brüsseler Naturschutzvorschriften müsse hingewirkt werden, und auf weitere Novellierungen des Niedersächsischen Jagdgesetzes solle die Regierung verzichten.

Ehlen betonte, dass sich das 2001 im breiten politischen Konsens beschlossene Niedersächsische Jagdgesetz bewährt habe und keiner ideologischen Diskussion oder Änderung bedürfe.

Staatssekretärin Birgit Honé aus der Niedersächsischen Staatskanzlei versuchte, im Auftrag von Stephan Weil die Wogen zu glätten. Das Jagdgesetz werde in der laufenden Legislaturperiode nicht grundlegend novelliert, es solle allenfalls kleine Anpassungen geben, wie beispielsweise die Freigabe von Schalldämpfern, die Einführung eines Schießnachweises oder die Ausweitung des Einsatzes bleifreier Munition. Die bisherige Verkürzung der Jagdzeiten, zum Beispiel auf Gänse, sei ausgewogen und trage auch dem Naturschutz Rechnung, sagte Honé. Die Staatssekretärin fügte hinzu, dass es wichtig sei, die Jagd naturnah und ökologisch zu gestalten.

hf

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