Zinke zieht in den Landtag ein

SPD siegt bei den Zweitstimmen im Wahlkreis 43

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Gudrun Pieper gratuliert dem überragenden Sieger Sebastian Zinke. 

Heidekreis - Zuerst sah es nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen von Gudrun Pieper, CDU, und Sebastian Zinke, SPD, im Wahlkreis 43 Walsrode aus. Die Christdemokratin hatte anfangs die Nase vorn, doch je mehr, vor allem größere Wahlbezirke ausgezählt waren, desto deutlicher kristallisierte sich der Erfolg des Sozialdemokraten heraus. Am Ende siegte er mit 46,44 Prozent der Stimmen vor Pieper mit 33,31 Prozent. Zinke wird als Direktkandidat in den Landtag in Hannover einziehen.

Große Emotionen zeigten weder Zinke noch Pieper im Kreishaus Bad Fallingbostel, als die Christdemokratin dem Sieger gratulierte.

Bei der anschließenden SPD-Party im Café am Markt in Walsrode war die Begeisterung über Zinke kaum mehr zu toppen. „Ihr habt einen großartigen Wahlkampf mit mir gemacht“, sagte Zinke, der vor allem Lars Klingbeil dankte. „Ich hätte nie gedacht, dass ich als ein so klarer Gewinner aus der Wahl hervorgehen könnte.“ Das zwinge ihn zu einer gewissen Demut, aber mache auch Mut für die kommenden Aufgaben in Hannover. „Wir fangen damit bereits morgen an. Ich verspreche, dass ich meinen neuen Job gut machen werde. Das ist heute euer Tag. Ich danke euch sehr.“

Sebastian Zinke beim Empfang auf der SPD-Wahlparty im Café am Markt. - Foto: Müller

Gudrun Pieper, die seit 2008 als Landtagsabgeordnete tätig war, zeigte sich im Gespräch enttäuscht. Sie rechnete sich gestern Abend trotz eines guten Listenplatzes kaum Chancen aus, weiter im Landtag mitzuarbeiten. Das sei erst klar, wenn das amtliche Endergebnis vorliege, sagte Pieper. Letztendlich gelte die Wählerstimme. „Man kann gewinnen und verlieren.“ Persönlich habe sie sich nichts vorzuwerfen. „Ich habe viel für die Region erreichen können.“ Als Ursache für den Wahlausgang nannte Pieper mehrere Faktoren, unter anderem den Bundes- und den Niedersachsentrend. Einen Plan B hat die gelernte Erzieherin nicht. Ihre Einrichtung schließe. „Auf jeden Fall kümmere ich mich weiter um die Kommunalpolitik“, sagte sie.

Landrat Manfred Ostermann zeigte sich wenig überrascht vom Wahlausgang. Der Trend sei in den vergangenen Tagen schon erkennbar gewesen. In dieser Deutlichkeit habe er das Ergebnis jedoch nicht erwartet.

Tanja Kühne, FDP, und Gerd Engel, CDU, im Kreishaus.

Seit langer Zeit ist es der erste Sieg der SPD im Wahlkreis Walsrode. Bei den Zweitstimmen erreichten die Sozialdemokraten 40,63 Prozent (2013 33,62 Prozent), die CDU als zweitstärkste Partei 32,49 Prozent (2013 36,87 Prozent, 2008 44,44 Prozent).

Gewinner der Wahl ist neben der SPD die AfD. Die Partei bekam 6,49 Prozent der Stimmen. Die Linke verbesserte ihr Ergebnis auf 3,63 Prozent (2013 2,97 Prozent). Verloren haben fast alle anderen Parteien. Die Grünen erreichten nach ihrem Höhenflug 2013 (11,94 Prozent) noch 7,3 Prozent. Die FDP schaffte 7,09 Prozent (2013 9,74 Prozent).

Die Wahlbeteiligung stieg. 63,8 Prozent der Berechtigten gaben ihre Stimme ab (2013 60,5 Prozent). 

sal/bä/mü

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