Runder Tisch zum Thema Wasserstoff als Energieträger mit Lars Klingbeil

„Wir werden das Thema forcieren“

Norbert Hennchen will Wasserstoff als Energieträger auch in der Region voranbringen.
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Norbert Hennchen will Wasserstoff als Energieträger auch in der Region voranbringen.

Bad Fallingbostel – Viele Aspekte zum Thema Wasserstoff als neuer Energieträger beleuchteten Vertreter aus der Kommunalpolitik und der Wirtschaft im Heidekreis auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil. Es gehe darum, ein Gefühl zu entwickeln, was die weiteren politischen Schritte für die Wasserstofftechnologie sein sollten, so der Generalsekretär der SPD an die hochkarätig besetzte Runde im Sitzungsaal des Kreishauses.

„Die EEG-Umlage ist das Hindernis für die Wasserstofftechnologie“, sagte Roland Hamelmann vom Transferzentrum aus Stade. Als Projektkoordinator Wasserstoffwirtschaft ist er ein Fachmann auf diesem Gebiet. Die Mautbefreiung für Lastwagen mit Wasserstoffantrieb sei eine wichtige bundespolitische Maßnahme, weil diese den Schulterschluss zwischen den Nutzern und den Erzeugern des umweltfreundlichen Energieträgers immens fördere.

Auf die staatliche Förderung für Pilotprojekte ging der Walsroder Spediteur Jens Kruse ein. „Nur zwei Jahre Förderung für ein Fahrzeug reichen nicht. Anschaffungen im Fuhrpark werden viel länger als zwei Jahre kalkuliert.“

Die Verbindung der Verbraucher und Erzeuger brachte die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring (SPD) ins Spiel. In Kürze solle eine Studie für eine Wasserstofftankstelle im A27-Park in Auftrag gegeben werden. Diese Tankstelle solle nicht nur den Lkws der Logistiker zur Verfügung stehen, sondern beispielsweise die Gabelstapler der dortigen Unternehmen betanken. „Wir versprechen uns regional große Impulse davon und werden das Thema forcieren“, sagte Spöring. Wer die Tankstelle letztlich betreibe, sei noch offen, „ob die Stadtwerke oder Firma Hoyer als Tankkstellenbetreiber, wissen wir noch nicht.“ Hier hakte Klingbeil nach. „Wie funktioniert so eine Tankstelle für den Betreiber wirtschaftlich?“ „Wie sich das rechnet, kann man jetzt noch nicht sagen“, antwortete Spöring. Die Studie solle mehr Aufschluss liefern. Die Bürgermeisterin betonte, dass hauptsächlich auf grünen Wasserstoff gesetzt werden solle, wobei sie nicht auf den Wasserstoff als Nebenprodukt der chemischen Industrie einging.

Insgesamt sah Hamelmann in der Region viel Potenzial für die Wasserstofftechnologie. Auf der Ostseite Niedersachsens sei schon viel passiert. „Das könnte auf der Westseite des Landes genauso passieren“, beschrieb er die Vorreiterfunktion der Region im ehemaligen Regierungsbezirk Lüneburg. In jedem der beteiligten Landkreise der Region eine Wasserstofftankstelle zu errichten, wäre schon ein erster wichtiger Schritt, die Wertschöpfung dieser Technologie in der Region zu behalten. Viele lokale Logistikketten seien für die „H2-Mobility“ geeignet. „Man muss unbedingt zwischen Energiewende und Energieautarkie unterscheiden“, so Hamelmann, weil Wasserstoffimporte bei höherer Nachfrage ein Thema wären.

Auf die weltweiten Aktivitäten seines Rethemer Unternehmens Freqcon ging Norbert Hennchen ein. Vom grünen Stahl mit Wasserstoff statt Kohle als Energieträger im Hochofen bis zur Speicherung von Energie durch Erzeugung von Wasserstoff im Elektrolyseur sei Freqcon mit seiner Technologie ein Pionier. „Wir haben die Steuerungselektronik und die Leistungselektronik für diese Systeme“, so Hennchen. Es gelte, die neuen Konzepte der Energienutzung mit der Wasserstofftechnologie zu kombinieren. „Wir würden gerne in der Region etwas machen. Wir sind dabei, unsere Fühler auszustrecken. Wir können die Wasserstofferzeugung mitgestalten“, sagte Hennchen und nannte einen höheren Wirkungsgrad beim Elektrolyseur als ein Feld von vielen.

Rethems Bürgermeister Cort-Brün Voige (CDU) ging auf die Pilotprojekte der neuen Energietechnologie ein und forderte den Landkreis auf, sich mehr in die Planungsprozesse einzubringen. „Da brauchen wir die Vernetzung in der Region, damit die Unternehmen nicht in andere Regionen abwandern“, sagte er.

Theresa Weinsziehr von der Energieagentur des Heidekreises kündigte an, diesbezüglich die Fäden in der Hand behalten zu wollen.

Klingbeil wollte das Thema grünen Wasserstoff gegenüber Vertretern des Industrieparks ansprechen. Er habe den Eindruck, dass die Region viel in der Wasserstofftechnologie geleistet habe und diese voranbringen werde.  lee

Lars Klingbeil möchte konkrete Anliegen zur Wasserstofftechnologie mit nach Berlin nehmen.

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