„Wir sind auf dem richtigen Weg“ 

Runder Tisch zur Verminderung der Nitratbelastung des Grundwassers

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Sauberes Trinkwasser aus dem Hahn.

Bad Fallingbostel – „Wir sind auf dem richtigen Weg, dürfen aber in unseren Anstrengungen nicht nachlassen“, so lautete das Fazit, das Kreislandwirt Heiner Beermann nach einem Runden Tisch zur Verminderung der Nitratbelastung des Grundwassers im Heidekreis zog.

Vertreter der Landwirtschaft, des Landkreises, der zuständigen Fachbehörden und die landwirtschaftlichen Berater trafen sich zum mittlerweile vierten Mal. Im Grünen Zentrum in Bad Fallingbostel ging es um die Abstimmung von Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers vor einer möglichen Nitratbelastung aus der Landwirtschaft. Die Ergebnisse gingen direkt in die Beratung ein, sagte Beermann im anschließenden Pressegespräch.

Deutlich machten die Teilnehmer, dass das aktuell im Heidekreis geförderte Trinkwasser von sehr hoher Qualität sei. „Es weist keine erhöhten Nitratbelastungen auf und kann bedenkenlos getrunken werden“, heißt es in einer Mitteilung. Damit dies so bleibt, hat es sich der Runde Tisch zur Aufgabe gemacht, mögliche Belastungen aus der Landwirtschaft zu minimieren.

Wichtigster Punkt hierbei sei die Vermeidung von Stickstoffüberschüssen und damit die möglichst genaue Planung der Düngung. Der in der ersten Gesprächsrunde 2017 anhand der Berechnungen aus dem Nährstoffbericht 2015/2016 festgestellte Stickstoff-Überschuss konnte deutlich reduziert werden, zeigte Heinz-Hermann Wilkens von der Düngebehörde auf. Bei einem nahezu gleichbleibenden Anfall aus organischen Düngern nahm der Mineraldüngereinsatz 2017/2018 im Vergleich zum Vorjahr ab. Das entspreche dem Landestrend. Die verwendete Menge von Mineraldünger sei in Niedersachsen um 45.000 auf 250.000 Tonnen zurückgegangen, ein historischer Tiefststand. Ohne genaue Zahlen zu haben, sei im Heidekreis von einem Rückgang von 105 auf 90 Kilogramm pro Hektar auszugehen, so Wilkens weiter. „81 Kilogramm bräuchten wir theoretisch, um den Bedarf zu decken.“ Die Düngeverordnung schreibe vor, dass der Bedarf der Pflanzen nicht überschritten werden darf. Neun Kilogramm darüber – es gebe keinen anderen Landkreis in Niedersachsen, der so nah an der Ziellinie liege, sagte Wilkens. Alle Flächen berücksichtigt, seien im Heidekreis 600 Tonnen Stickstoff über den Bedarf hinaus verwendet worden. Ob der ermittelte Rückgang wetterbedingt sei oder einen anderen Grund habe, werde sich nach der Frühjahrsdüngung zeigen. Es sei durchaus möglich, dass die Werte weiter runtergingen, ergänzte Beermann.

Ein Bauer beim Ausbringen von Gülle. Die Mineraldünger-Menge im Heidekreis ging zurück.

Die Betriebe hätten auf die Verordnung reagiert, sagte Wilkens. „Sie wissen, dass das Land eine Meldepflicht plant und werden vorsichtig.“ Das LBEG berechne, wie viel Dünger aufgenommen werden könne.

Ob eine weitere Verschärfung der Düngemittelverordnung sinnvoll sei, bezweifelten die Experten. Erstmal solle das niedersächsische Modell der Meldepflicht umgesetzt werden.

Erhöhte Nitratwerte an Grundwassermessstellen hätten nicht unbedingt etwas mit der Trinkwasserqualität zu tun, so die Gesprächsteilnehmer. Wie Benjamin Ebert, Fachgruppe Wasser, Boden, Abfall vom Heidekreis, erzählte, befänden sich die Messstellen in verschiedenen Tiefen. Je höher sie lägen, desto eher seien Einträge von der Oberfläche präsent. „Trinkwasser geht immer sauber und trinkbar in die Leitungen.“ Dr. Knut Meyer vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover betonte, dass es im Heidekreis keiner Aufarbeitung des Trinkwassers wegen Nitrats bedürfe. 

sal

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