Landrat Manfred Ostermann wünscht sich flexiblere Lösungen bei Verordnung

Corona: „Wir haben keinen Spielraum mehr“

Bad Fallingbostel – „Die neue niedersächsische Corona-Verordnung lässt uns keinen Spielraum mehr. Statt dass wir bei stark gestiegenen Inzidenzzahlen für nur einen Ort noch flexibel entscheiden konnten – immer in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt –, müssen wir ab sofort eine neue Verordnung für den ganzen Landkreis aussprechen, wenn die Zahl 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen erreicht ist.“

Das sagte Landrat Manfred Ostermann am Dienstag bei einem Pressegespräch im Kreishaus in Bad Fallingbostel. Die schärfere Verordnung trete weitere zwei Tage später in Kraft und gelte zunächst einmal sieben Tage lang. Wenn die Zahl wieder sinke, würden die Maßnahmen, wie beispielsweise eine Ausgangssperre nachts oder die Schließung von Kindergärten und Schulen, wieder aufgehoben.

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Unterschiedliche Inzidenzen im Landkreis

„Ich hätte mir gern flexiblere, überschaubare Lösungen aus der Politik heraus gewünscht. Wie soll ich es den Bürgern erklären, dass viele Orte unseres Landkreises mit ihren Zahlen weit unter 100 liegen, manche sogar bei 0, und ich trotzdem eine Gesamtverfügung aussprechen muss, weil einige Hotspots das Ergebnis so hochschrauben?“

Hotspot in Schwarmstedt

Schwarmstedt sei in den vergangenen Tagen ein Beispiel gewesen. Hier habe die Inzidenz teilweise bei über 400 gelegen. Ostermann: „Wir versuchen, gerade hier gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und der Polizei intensiv aufzuarbeiten und aufzuklären.“ Es seien Hilferufe aus Schwarmstedt gekommen, von Jugendlichen, die befürchten, dass sie kein Abitur machen könnten, weil Schulen und Kindergärten geschlossen werden. „Wir haben eng mit den Schulen zusammengearbeitet, haben nach Lösungen gesucht.“

Bürger sollen sich testen lassen

Ostermann appellierte in diesem Zusammenhang erneut an alle Bürgerinnen und Bürger, sich testen zu lassen und die hygienischen Vorschriften einzuhalten. „Nur so kommen wir von diesem Berg herunter.“

Immer noch zu wenig Impfstoff

Der Verwaltungschef des Landkreises zeigte sich betroffen, dass es immer noch zu wenig Impfstoff gibt. „Wir impfen in Fallingbostel durch.“ Abber wenn es kein Impfmaterial mehr gebe, müssten Menschen abgewiesen werden. „Das tut mir in der Seele weh. Aber ich kann nichts machen. Die versprochenen Impfstoff-Lieferungen kommen einfach nicht.“ Wohl auch nicht zu den Hausärzten, die sich ebenfalls über den Zustand beschwert hätten. Von einer Entspannung will Ostermann nichts hören.

Impfzentrum noch bis in den Juni in Betrieb

Das Impfzentrum in Bad Fallingbostel darf bis in den Juni hinein in Betrieb bleiben, vorgesehen war bis Ende Mai. Gerüchte hätten sogar den September ins Spiel gebracht, sagte der Landrat. Doch davon wolle die neue Sozialministerin nichts wissen. Sie gehe vom Ende des Impfzentrums in Fallingbostel im Juni aus. Dann könnten die Hausärzte noch intensiver tätig werden.

Bundeswehr wertvolle Hilfe

Der Landrat berichtete über die sehr gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Mittlerweile sind 82 Bundeswehrsoldaten für Test- und Impftermine im Heidekreis eingesetzt. „Und diese Option können wir durchaus noch erweitern.“ Ostermann dankte den Soldaten, die eine sehr wertvolle Hilfe für den Landkreis und dessen Corona-Bekämpfung geworden seien.

Im Heidekreis würden ab Mai zum Beispiel Mitglieder der Feuerwehren geimpft. „Alles freiwillig“, betonte der Landrat. Es müsse einfach weitergehen. Generell machte Ostermann darauf aufmerksam, dass es künftig nur noch Online-Anmeldungen gebe.

Zweitimpfungen mit Astrazeneca

Aufgrund der vielen Anfragen von Erstgeimpften, weist der Heidekreis darauf hin, dass grundsätzlich alle Zweittermine für Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca laut Sozialministerium erst zwölf Wochen nach dem ersten Termin erfolgen sollten. Personen, die das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet hätten, erhielten ebenfalls eine Terminbestätigung mit Astrazeneca, könnten jedoch vor Ort entscheiden, ob sie diesen Impfstoff oder einen anderen erhalten möchten. Empfohlen werde dann ein mRNA-Impfstoff, so Ostermann.

„Ich wünsche mir für uns alle wieder mehr Freiheit“,, betonte der Landrat, mehr Flexibilität, beispielsweise auch bei den Gaststätten und Hotels. „Ich war gestern in Lünzen bei einer Dehoga-Aktion mit „leeren Töpfen“. Keiner könne erklären, warum die Gastronomen nicht draußen servieren dürften, obwohl sie die hygienischen Maßnahmen einhielten.“

Zum Thema Freizeitparks sagte Ostermann, dass es eine gerichtliche Sondergenehmigung nur für den Heide Park gebe. Er habe den anderen Parks geraten, ebenfalls zu klagen.  mü

Rubriklistenbild: © Müller

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