Walter Busse von den Johannitern hat die Notunterkunft Oerbke aufgebaut

Ein Mensch mit Organisationstalent

+
Der verabschiedete Lagerleiter Walter Busse.

Oerbke - Der 58-jährige Walter Busse ist mit Leib und Seele Johanniter und Mann der ersten Stunde im Notaufnahmelager Oerbke. Mit Beginn dieser Woche hat eine hauptamtliche Doppelspitze die Leitung des Flüchtlingscamps von ihm übernommen. Busse wurde mit vielen Dankesworten verabschiedet.

Mit seiner ruhigen Art und viel Organisationstalent hat der Ehrenamtler geordnete Strukturen geschaffen. Zuerst einmal müsse man hierfür wohl ein Menschenfreund sein und in Not geratenen Menschen gerne helfen wollen, sind sich Busse und die Johanniter-Pressesprecherin Antje Heilmann einig.

Neben der Organisation und Leitung der beiden SEGs bei den Landesbergener Johannitern, habe er Erfahrungen als früherer Verwaltungschef der Samtgemeinde in Landesbergen gesammelt, erklärt Busse, was ihn für die Aufgabe qualifiziert habe.

Als klar gewesen sei, dass das Land die Johanniter mit der Betreuung des Camps Oerbke beauftragen würde, sei er ohne Vorwarnung von der Johanniter-Spitze in Hannover gefragt worden: „Walter, würdest Du das Notaufnahmelager in Gang bringen?“ Nach kurzer Beratung mit seiner Frau habe er den Koffer gepackt. Aus dem bisherigen Nato-Lager für übende Truppen sei mit Hilfe anderer Organisationen wie THW, DLRG und der Heidekreis-Feuerwehr binnen 48 Stunden das Camp zur Aufnahme von bis zu 1200 Flüchtlingen hergerichtet worden.

Man sei kaum fertig gewesen, da seien die ersten Busse eingetroffen, erinnert sich der Lagerleiter. Die Flüchtlinge seien notdürftig registriert, ärztlich untersucht, mit Nahrung versorgt und untergebracht worden. Danach sei es Schlag auf Schlag gegangen. Am ersten Wochenende seien in Oerbke 378 ehrenamtliche Helfer tätig gewesen.

Busse hat im Camp gelebt. Er beschreibt seinen Tag wie folgt: „6.30 Uhr aufstehen, Morgentoilette und anschließend Frühstück mit der Mannschaft und die Stimmung einfangen.“ Danach Besprechung der Morgen-Lage und Einteilung der Aufgaben. Tagsüber habe er unter anderem Bestellungen getätigt, die Küchenzeiten und die Essenversorgung geregelt. So ganz nebenbei habe er Kontakt zum Johanniter-Lagezentrum und zum Innenministerium gehalten. Darüber hinaus hätten das Sanitätszentrum und die Arztbesuche organisiert werden müssen. Zurzeit sind 40 Mitarbeiter von Johannitern, DLRG und DRK neben zahlreichen Freiwilligen im Notaufnahmelager tätig.

Die von der Schwarmstedterin Ulrike Fischer geleitete Kleiderkammer hat 60 eigene freiwillige Helfer, die stunden- oder tageweise im Einsatz sind.

hf

Mehr zum Thema:

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

Grippewelle 2017: Ende zeichnet sich langsam ab

"Sewol"-Bergung in Südkorea macht Fortschritte

"Sewol"-Bergung in Südkorea macht Fortschritte

TôsôX vermischt Kampfsport und Aerobic

TôsôX vermischt Kampfsport und Aerobic

Das ist der neue Suzuki Swift

Das ist der neue Suzuki Swift

Meistgelesene Artikel

Schlägerei vor Diskothek

Schlägerei vor Diskothek

Walsrode fehlt ein Marktplatz

Walsrode fehlt ein Marktplatz

Unfall auf der B209: Radfahrerin stirbt

Unfall auf der B209: Radfahrerin stirbt

Betrunkener verpasst einem Polizisten ein blaues Auge

Betrunkener verpasst einem Polizisten ein blaues Auge

Kommentare