Kommende A7-Baustelle: Allerbrücke als Nadelöhr

Unfallstatistik 2018: So viele Unfälle auf den Autobahnen wie noch nie

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Stellten die Verkehrsstatistik 2018 vor (v.l.): Michael Wranietz, Detlev Maske und Stefan Sengel.

Bad Fallingbostel – „2018 war für den Heidekreis aus meiner Sicht ein relativ unspektakuläres Jahr was Unfallzahlen angeht.“ Mit diesen Worten begrüßte Polizeihauptkommissar Detlev Maske die Teilnehmer am Pressegespräch anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse der Verkehrssicherheitsarbeit und der Verkehrsstatistik 2018 für den Heidekreis. Insgesamt habe es 5 544 Unfälle auf den Autobahnen und in der Fläche gegeben. Die Zahl sei mit der der vergangenen Jahre vergleichbar. 2017 hätten sich 5 634 Verkehrsunfälle ereignet, 2016 5 589.

„Was mich ärgert, ist das hohe Niveau“, sagte Polizeidirektor Stefan Sengel, Leiter der Polizeiinspektion Heidekreis. Die Zahl hänge sicherlich mit den Autobahn-Baustellen, aber auch mit anderen Dingen zusammen. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden sei von 811 im Jahr 2017 auf 706 gesunken. Eine Zunahme habe es bei den Unfällen mit schwerem Personenschaden gegeben. Nach 126 in 2017 seien es in 2018 141 gewesen.

Einen Rückgang um 251, von 1044 auf 793 Personen habe es bei den Leichtverletzten gegeben, so Maske. „Das hätte ich mir auch für die anderen Bereiche gewünscht.“ Die Zahl der Schwerverletzten sei in einem Jahr von 130 auf 146 gestiegen.

Bei 13 Unfällen seien 14 Menschen getötet worden. Sieben seien mit dem Auto verunglückt, je zwei mit dem Fahrrad, Motorrad über 125 ccm und mit dem Lkw, einer als Fußgänger.

Sieben Tote habe es auf den Autobahnen gegeben, erzählte Sengel. „Das ist ungewöhnlich“ und sei zweifelsohne auf die Baustellensituation zurückzuführen. Hier habe wieder erst eine „dicke Serie“ kommen müssen, bevor Maßnahmen ergriffen worden seien. Grundsätzlich habe die Polizei eine andere Auffassung zu Fahrbahnbreiten und -zahlen als die Straßenverkehrsbehörde. 

Probleme auf der Autobahn hätten häufig mit Unaufmerksamkeit und Geschwindigkeitsunterschieden zu tun. „Wir werden Tempo 120 ausdehnen“, versprach Sengel im Blick auf die kommende Baustelle zwischen Raststätte Allertal und Mellendorf. Zudem sollten die Fahrbahnen verbreitert werden. „Das Nadelöhr wird die Allerbrücke sein.“ Die Polizei werde im Vorfeld in die Planungen mit eingebunden, allerdings habe sie keine Entscheidungsbefugnis, so Sengel.

Insgesamt ereigneten sich 2018 auf den Autobahnen 1 388 Verkehrsunfälle, 2017 waren es 1 319 gewesen. „So viele haben wir auf den Autobahnen noch nie gehabt“, sagte der Inspektionsleiter. Sie müssten nun dafür sorgen, dass sich das ändere.

Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten stieg innerhalb eines Jahres von 1 109 auf 1 173, die Aufklärungsquote von 41,84 auf 45,87 Prozent. Unfallfluchten mit Personenschaden gab es 52, hiervon wurden 30 aufgeklärt.

84 Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren waren an Unfällen mit Personenschaden beteiligt, drei weniger als 2017. Zwei von ihnen kamen ums Leben, vier wurden schwer und 78 leicht verletzt. 41 der Kinder saßen in Autos, 30 fuhren Fahrrad, acht waren als Fußgänger unterwegs, zwei mit dem Motorrad und drei mit sonstigen Fortbewegungsmitteln.

Keine Risikogruppe seien derzeit die 18- bis 24-Jährigen, sagte Maske. Sie seien nicht aufgefallen.

Senioren seien ebenfalls weniger an Verkehrsunfällen beteiligt gewesen. Nach 981 im Jahr 2017 seien es 2018 968 gewesen. Getötet wurden vier, schwer verletzt 32 und leicht verletzt 94 ältere Menschen. Grundsätzlich gehe es hier um die Fahrtauglichkeit, betonte Sengel. Mit elektronischen Helfern sei ganz viel möglich. „Die Mobilität von Senioren auf dem Lande soll erhalten bleiben.“

Die Zahl der Wildunfälle sei mit 1 465 (Vorjahr 1 539) rückläufig, berichtete Maske, die der Baumunfälle sei von 126 auf 102 gesunken. Gerade im letztgenannten Bereich hätten sie in den vergangenen Jahren viel gemacht, so Sengel. Es seien Bäume entfernt und Leitplanken aufgestellt worden.  

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