Versuchte Hehlerei eines 22-Jährigen

Anwesenheit reicht für Strafe

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Mediengruppe Kreiszeitung

Bad Fallingbostel - Wegen Hehlerei musste sich gestern ein 22 Jahre alter Angeklagter aus Bad Fallingbostel in einer Berufungsverhandlung am Landgericht Verden verantworten.

Er war im Juni 2013 dabei gewesen, als geklaute Kupferkabel aus einer stillgelegten Dönerfabrik an einen Schrotthändler in Schneverdingen verkauft werden sollten. Seine Bewährungsstrafe wurde um zwei Monate reduziert, weil es beim Versuch geblieben war.

Zusammen mit drei anderen Männern, darunter einer seiner Brüder, war der Angeklagte im Juni 2013 nach Schneverdingen gefahren. „Er saß im Auto und hat erst während der Fahrt erfahren, dass es zu dem Schrotthändler geht“, argumentierte Verteidiger Thomas Lasthaus. Sein Mandant sei lediglich mitgefahren, weil er zum Outlet-Center nach Soltau gewollt habe.

Schubkarre

voll Kupfer

Der Vorsitzende Richter Joachim Grebe glaubte das nicht. „Wo sollen die Kabel denn plötzlich hergekommen sein?“, fragte der Jurist. Es handelte sich schließlich um eine ganze Schubkarre voll Kupfer.

Der erfahrene Vorsitzende machte einen prozessökonomisch sinnvollen Vorschlag. Der Angeklagte dürfte insoweit mit der Berufung Erfolg haben, dass es sich um versuchte Hehlerei handelte und nicht um eine vollendete Tat, wie vom Amtsgericht festgestellt.

Der Verkauf war gescheitert, weil versucht worden war, den Schrotthändler zu betrügen. Einer der Männer hatte die Gewichtsmenge manipuliert. Statt der tatsächlichen 72 Kilogramm sollten 172 Kilogramm Kupferdrähte abgerechnet werden, die 774 Euro gebracht hätten.

Grebe schlug vor, bei einem Geständnis die Strafe von neun auf sieben Monate zu reduzieren. Zeugen bräuchten dann nicht gehört zu werden. Bei einer strittigen Verhandlung wäre eventuell ein zweiter Verhandlungstag erforderlich geworden.

Sechs Monate aus einer früheren Verurteilung wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte waren in den in Walsrode verhängten neun Monaten im Rahmen der vorgeschriebenen Gesamtstrafenbildung einbezogen worden. Die Tat hatte sich im Juni 2012 in der Wohnung des noch bei seinen Eltern lebenden Angeklagten ereignet. Die Polizei hatte seine Zwillingsbrüder zum Antritt eines Dauerarrestes abholen wollen.

Nach einigem Zögern nahm der Angeklagte den Vorschlag des Gerichtes an. Bestritten wurde nur, dass die Kupferkabel im Keller der Familie versteckt worden waren.

„Sieben Monate sind erzieherisch erforderlich, aber auch tat- und schuldangemessen“, hieß es in der Urteilsbegründung. Wegen seines geringen Einkommens bei einer Zeitarbeitsfirma wurde eine mit dem erstinstanzlichen Urteil auferlegte Geldzahlung von 900 auf 500 Euro reduziert. Das Geld geht an die Stiftung Opferhilfe. Die Bewährungszeit wurde auf zwei Jahre festgelegt.

wb

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