Urteil im Prozess am Landgericht Verden um zwei Tankstellenüberfälle

Sieben Jahre Gefängnis

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Mediengruppe Kreiszeitung

Fallingbostel/Verden - Im Prozess um zwei Tankstellenüberfälle in Bad Fallingbostel und Hambühren (Kreis Celle) hat die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Verden ein Urteil verkündet. Wegen räuberischer Erpressung und besonders schwerer räuberischer Erpressung muss ein 27 Jahre alter Angeklagter für sieben Jahre ins Gefängnis. Seine 21 Jahre alte Ex-Freundin wurde zu einer zweijährigen Jugendstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, verurteilt.

Binnen drei Tagen hatte das aus Nordrhein-Westfalen stammende damalige Paar die Taten begangen. Während seine Freundin im Auto wartete, betrat der 27-Jährige unmaskiert die Tankstellen. Am 20. März 2014 in Hambühren und am 22. März 2014 in Bad Fallingbostel. In beiden Fällen betrug die Beute rund 1300 Euro. Beide Tankstellenmitarbeiterinnen erlitten einen massiven Schock und gaben infolge der Überfälle ihre Arbeit an den Tankstellen auf.

Weil der 27-Jährige bei der Tat in Hambühren die mitgeführte und optisch von einer scharfen Schusswaffe nicht zu unterscheidende Gaspistole umfasst hatte, wurde die Tat als schwere räuberische Erpressung gewertet. Bei dem zweiten Überfall soll er die Waffe nicht so deutlich gezeigt haben, deshalb die Wertung als räuberische Erpressung.

Bei dem Angeklagten fiel erschwerend ins Gewicht, dass er Vorstrafen hat und nicht in den offenen Vollzug der JVA Euskirchen zurückgekehrt war. Das Paar hatte sich danach auf die Flucht begeben und zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes Tankstellenüberfälle begangen. Das Landgericht Koblenz verurteilte beide Angeklagte im Juni 2015 wegen der übrigen Taten. Sechs Fälle der besonders schweren räuberischen Erpressung, davon ein Versuch, brachten dem 27-Jährigen zehn Jahre Haft und der 21-Jährigen dreieinhalb Jahre, ohne Bewährung, ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Der 27-Jährige war sicher die treibende Kraft“, hieß es in der Urteilsbegründung des Landgerichts Verden. Außerdem fiel beim Strafmaß ins Gewicht, dass es eine Serie von Straftaten war. Dazu kam die nicht geringe Beute und die „starke psychische Beeinträchtigung“ der überfallenen Frauen. Das Gericht berücksichtigte die Entschuldigung des Mannes und sein umfassendes Geständnis.

Der Tatbeitrag seiner damaligen Freundin war deutlich geringer. „Die Kammer ist jedoch überzeugt, dass die Taten eine Idee von beiden Angeklagten waren“, so der Vorsitzende Richter Joachim Grebe. „Die 21-Jährige war aktiv an den Vorbereitungen beteiligt“, betonte Grebe. Es liege ein mittäterschaftliches Handeln vor.

Weil die zum Tatzeitpunkt 20 Jahre und drei Monate alte Frau nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde, fiel ihre Strafe geringer aus. Außerdem hatte sie keine Vorstrafen. Sie hat inzwischen ein kleines Kind, und ihr Leben soll sich nach der Festnahme positiv entwickelt haben. Eine Bewährungsstrafe konnte das Gericht vertreten. Auf Grund des Koblenzer Urteils droht ihr dennoch eine Inhaftierung. Das Verdener Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

wb

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