Lobende Worte für scheidenden Kreisjägermeister Jürgen Brammer

„Urgestein und Platzhirsch“

Ab November im Amt: Der künftige Kreisjägermeister Wolfgang von Wieding (l.) mit Stellvertreter Andreas Imbach. - Fotos: Röttjer

WALSRODE - Mehr als drei Jahrzehnte prägte Jürgen Brammer als Kreisjägermeister das Jagdgeschehen im Heidekreis. Er kandidiert nicht erneut. Sein Stellvertreter Wolfgang von Wieding wurde auf der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Fallingbostel – wir zuvor bereits in Soltau – zu seinem Nachfolger gewählt und zur Ernennung durch den Kreistag vorgeschlagen.

Aus der Jägerschaft Fallingbostel wurde außerdem der in Walsrode-Hollige wohnende Andreas Imbach zum stellvertretenden Kreisjägermeister gewählt und zur Ernennung als Jägermeister vorgeschlagen. Diese Personalien bestimmten die Jahreshauptversammlung, und obwohl Brammer und von Wieding noch bis Ende Oktober amtieren, prägten Worte des bevorstehenden Abschieds die Tagung. Aus diesem Anlass – aber auch als langjähriges Mitglied der Jägerschaft Fallingbostel –, war Hartwig Fischer aus Göttingen, Präsident des Deutschen Jagdverbandes, in der Stadthalle Walsrode begrüßt worden. In seiner Laudatio nannte der gebürtige Verdener den ausscheidenden Brammer ein „Urgestein und Platzhirsch“, der als „Heidjer mit Charakter“ in seiner 35-jährigen Amtszeit wie kein anderer auf vielfältige Weise das Jagdgeschehen in der Heideregion gestaltet habe.

Seine Würdigung verband der DJV-Präsident mit einer persönlichen Erinnerung, denn er habe Brammer bereits 1968 kennen gelernt.

Diskussion über Wolf „Kurti“

„Damals stand ich als Anhalter in Verden-Eitze und Brammer bot mir die Mitfahrt an und nahm sogar einen kleinen Umweg in Kauf“, erinnerte sich Fischer. Später trafen sie sich bei ihrem gemeinsamen Hobby, der Jagd, wieder. Auch in den weiteren Grußworten wurden die Verdienste von Jürgen Brammer gewürdigt, wobei die eigentliche Abschiedsgala erst im Herbst ansteht.

Weitere Themen waren der Wolf und die Zukunft des Schießstandes in Krelingen. Bezüglich der Problematik des Wolfs fragte der DJV-Präsident, wie viel Wolf die Artenvielfalt eigentlich vertrage und sprach sich für eine Bestands- und Gefährdungsanalyse aus. Vor allem hier zeige sich auch, dass sich die Jagd und das Umfeld gravierend geändert hätten und immer mehr politisch-ideologisch betrachtet würden. Die Jagd sei aber angewandter Natur- und Landschaftschutz.

Landrat Manfred Ostermann sprach sich dafür aus, mit der Wolfsproblematik behutsam umzugehen und berichtete von den Vergrämungsmaßnahmen von im Volksmund auf „Kurti“ getauften, aber im Umweltministerium MT 6 genannten Wolf. Dessen Problem sei vor allem gewesen, dass er seine Scheu vor Menschen abgelegt habe. Die Maßnahmen an sich zeigten keinen Erfolg, dafür habe ein zweiter Wolf an seiner Seite für eher artangemesseneres Verhalten gesorgt.

Schließlich sprach bei dieser Versammlung der Vorsitzende der Jägerschaft Fallingbostel, Dr. Gert-Wilhelm Neddenriep, die Problematik des Schießstandes in Krelingen an. Dazu erläuterte der Justitiar der Landesjägerschaft, Clemens Hons, die Möglichkeiten einer anderen Trägerschaft und schlug die Gründung einer gemeinnützigen GmbH vor. Der engere Vorstand wurde in einem Beschluss dazu ermächtigt, die notwendigen Formalitäten in Angriff zu nehmen und ein Gründungsdokument zu erstellen. Über die Gründung soll nach diesem Beschluss schließlich der erweiterte Vorstand entscheiden, dem auch die Hegeringleiter angehören. - rö

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