Landrat und Kämmerer stellen Haushalt 2020 vor / Kreisumlage stabil

Unterm Strich solide

Zuversichtlich, dass der Kreistag den Haushaltsplan für 2020 morgen beschließt: Manfred Ostermann, Andreas Pütz und Lars Wagner (v.l.). Foto: Preuß

Heidekreis – Ein Fehlbetrag von knapp 3,7 Millionen Euro im Ergebnishaushalt 2020, der durch den Griff in die Rücklagen ausgeglichen werden muss; eine Neuverschuldung von etwas weniger als 13,8 Millionen Euro: Zahlen, die dem Heidekreis-Kämmerer Lars Wagner nicht unbedingt ein rundum zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubern.

Dennoch: Berücksichtige man die Senkung der Kreisumlage von 51 auf 49 Prozent, die ja für den Fehlbetrag verantwortlich sei, handele es sich um ein solides Werk, sagte Manfred Ostermann im Pressegespräch. „Ich stehe zu der geringen Kreisumlage“, betonte er, gehe es doch darum, die Kommunen etwas zu entlasten.

Gemeinsam mit Wagner und Pressesprecher Andreas Pütz stellte der Landrat gestern Mittag die Eckdaten des mehr als 600 Seiten starken Haushaltentwurfs vor. Dabei gab er sich zuversichtlich, dass dieser morgen, am Freitag, so vom Kreistag beschlossen werde. „Und wir kriegen auch unter Garantie eine Genehmigung vom Land“, fügte Manfred Ostermann optimistisch hinzu.

Beim Blick in die Teilhaushalte wird deutlich: Einen besonders hohen Zuschussbedarf hat der Bereich Kinder, Jugend und Familie. Mit weiterhin steigender Tendenz. Waren es in diesem Jahr noch 36 Millionen Euro, so erwartet die Kreisverwaltung für das kommende Jahr Ausgaben in Höhe von 44 Millionen Euro. Lars Wagner: „Das ist Geld, das uns keiner erstattet.“

In der Summe enthalten sind 8,3 Millionen Euro, die der Kreis den Kommunen als Betriebskostenzuschuss für deren Kitas überweist. Verantwortlich für den wachsenden Zuschussbedarf seien aber steigende Fallzahlen, so Ostermann. Immer häufiger könnten Kinder und Jugendliche aufgrund schwieriger Verhältnisse nicht in ihren Familien bleiben. Sie müssten bei Pflegeeltern oder, weil es davon nicht genug gebe, in Heimen untergebracht werden. Ein Heimplatz wiederum schlägt mit rund 5 000 Euro pro Kind und Monat zu Buche.

13,1 Millionen Euro will und muss der Heidekreis im kommenden Jahr in den Hochbau investieren, den größten Teil davon in seine Schulen. „Steigende Schülerzahlen aufgrund guter lokaler Schulpolitik“, nannte Manfred Ostermann als einen Grund. Vor allem aber sei die Bausubstanz in die Jahre gekommen.

Was die Sanierung der maroden Gebäude betrifft, arbeitet der Heidekreis eine Prioritätenliste ab. Spitzenreiter 2020 mit fünf Millionen Euro ist die KGS Schneverdingen, deren Aus- und Umbau auch den Kreis bis 2023 mehr als zehn Millionen Euro kosten wird. Für die Sanierung der BBS Walsrode sind sowohl im kommenden Jahr als auch 2021 jeweils eine Million Euro eingestellt. Plus 600 000 Euro für Grunderwerb 2020. Weitere Kandidaten auf der Prioritätenliste sind die Oberschulen in Bomlitz, Walsrode und Soltau, die KGS Schwarmstedt und das Gymnasium in Munster.

„Wir sind ein touristisch orientierter Landkreis. Da erwarten die Leute intakte Radwege“, leitete Landrat Ostermann das Thema Tiefbau ein. Für den Radwegebau allgemein stehen 2020 600 000 Euro bereit.

Was den Zustand seiner Straßen angeht, ist der Heidekreis nach Recherchen des Nachrichtenmagazins Panorama gut aufgestellt. Er weist nur fünf Prozent sanierungsbedürftiger Strecken auf und liegt damit weiter unter dem Schnitt in Norddeutschland (23 Prozent). Damit das so bleibt, soll 2020 unter anderem in die Wolterdinger Kreuzung der Kreisstraßen 1, 9 und 24, die Fahrbahn der K 129 und die Ortsdurchfahrt Hamwiede investiert werden.

Knapp 4,8 Millionen Euro schließlich umfassen die freiwilligen Leistungen, darunter 420 000 Euro für die Volkshochschule und 434 000 Euro in die Heidekreis-Musikschule. 746 000 Euro sind veranschlagt für Projekte der Wirtschaftsförderung und weitere 120  000 Euro für das Ausstellungs- und Messewesen.  kp

Der Kreistag

tagt morgen, 16 Uhr, öffentlich im Sitzungssaal des Kreishauses in Bad Fallingbostel. Dann wird das Kommunalparlament nicht nur über den Haushalt abstimmen. Auch die Abfallgebürensatzung und ein Antrag auf die Abschaffung der Jagdsteuer stehen auf der Tagesordnung.

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