26-jähriger Dorfmarker greift Männer mit Schwert an

Unterbringung in psychiatrischer Klinik

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Dorfmark/Verden – Die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Verden hat die Unterbringung eines 26 Jahre alten Mannes aus Dorfmark in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Wegen seiner Erkrankung habe der Mann schuldlos gehandelt, als er andere Personen mit einem Samurai-Schwert und einem Vorschlaghammer angegriffen hat. Infolge seiner Erkrankung stelle er aber eine Gefahr für die Allgemeinheit dar.

Im Verfahren ging es um zwei Taten aus Februar und Oktober 2019. Nicht aufgearbeitet wurde ein Vorfall am 11. Mai 2020. Dabei soll der 26-Jährige in Mengebostel einen Mann mit einer Schwertklinge angegriffen haben. Ende Juni erging eine gerichtliche vorläufige Anordnung, dass der 26-Jährige in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen sei. Mit dem Urteil im Sicherungsverfahren wird es eine unbefristete Unterbringung, sofern die Entscheidung rechtskräftig werden sollte.

Am 12. Februar 2019 hatte der Beschuldigte einen 51 Jahre alten Dorfmarker vor seinem Haus und dessen Besucher angegriffen. Der 26-Jährige war dort morgens aufgetaucht und hatte ein Schwert aus der Jacke gezogen. Damit war er auf den 51-Jährigen, dann auf einen zur Hilfe herbeigeeilten Mann losgegangen. Dieser war gestürzt und hatte sich eine Zerrung zugezogen. „Haarscharf“ seien die Männer Treffern entgangen, hieß es in der Urteilsbegründung. „Das ging gerade noch gut aus“, betonte der Vorsitzende Richter Lars Engelke. „Erhebliche Verletzungsfolgen wären sonst zu verzeichnen gewesen.“

Zwischenzeitlich war der Angreifer mit dem Schwert in eine Bäckerei gegangen, zum Haus zurückgekehrt und hatte dies mit rund einem Dutzend Steine beworfen. Polizeibeamte „brauchten erhebliche Kraft, um ihn zu fixieren“.

Ebenso gefährlich war ein Angriff auf zwei Wachmänner des abgesicherten Bereiches auf dem Truppenübungsgelände Bergen. Sie waren mit einem Auto unterwegs, als sie auf den Mann trafen. Einen Fahrradunfall vermutend, boten sie ihre Hilfe an. Mit einem „selbst gebauten Vorschlaghammer“ schlug der 26-Jährige eine Delle in die Motorhaube und gegen die Scheibe der Fahrertür. Der 33-jährige Fahrer erlitt „erhebliche Schnittwunden an der Hand“.

„Alternativlose Entscheidung“

Als der 51-jährige Beifahrer den Angreifer ablenken wollte, damit dieser von dem Kollegen ablässt, wurde auch dieser angegriffen, aber nur leicht verletzt. „Was hätte das für Verletzungen geben können“, so Engelke. Zwei Warnschüsse stoppten den 26-Jährigen nicht. Er wurde überwältigt, als Verstärkung eintraf.

Beides „keine Bagatell-Taten“, hieß es in der Urteilsbegründung. „Die psychischen Folgen haben wir uns live vergegenwärtigen können“, sagte Engelke mit Bezug auf die Aussagen des Fahrers und des Dorfmarkers im Prozess.

„Sonnenklar“ sei, dass der 26-Jährige schuldlos gehandelt habe. Er sei „akut psychotisch dekompensiert“ gewesen. Erkrankt sei er an einer „paranoiden Schizophrenie“. Der Beschuldigte zeige „keine Opferempathie und keine Krankheitseinsicht“. „Deswegen ist er für die Allgemeinheit gefährlich.“ Und es sei so, wie Staatsanwältin Silvia Lühning es in ihrem Plädoyer gesagt habe: „Es hätte jeden treffen können.“

„Er muss nicht bestraft werden, aber es muss ihm geholfen und die Allgemeinheit geschützt werden. Es war eine alternativlose Entscheidung“, betonte Engelke.  wb

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