Fallingbostels Bürgermeisterin: „Ich bin für F4“ / Nordkreis-Einwohner wollen Bürgerbegehren

Streit um Standort für das Zentralklinikum

Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey.
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Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey.

Bad Fallingbostel – Fallingbostels Bürgermeisterin Karin Thorey gerät fast in Rage, als sie über die aktuellen Entwicklungen rund um ein neues zentrales Heidekreis-Klinikum (HKK) spricht. Im Pressegespräch nahm das Stadtoberhaupt klar Stellung zu dem Vorhaben von Bürgern aus dem Nordkreis, mit einem Bürgerbegehren doch noch den Standort Dorfmark durchzusetzen. „Ich mache mir große Sorgen, dass es mit einem zentralen neuen Krankenhaus überhaupt noch etwas wird. Denn sollten sich die Befürworter für Dorfmark in dem Bürgerbegehren durchsetzen, dann ist zu viel Zeit vergangen und ein Neubau wo auch immer kaum mehr zu realisieren.“ Dann könnte es sogar sein, dass es weiterhin zwei Krankenhäuser im Heidekreis gibt, in Soltau und Walsrode. „Und über die Zeit wird ein Klinikum von beiden schließen müssen, weil es nicht mehr rentabel ist,“ warnt Thorey.

Die Bürgermeisterin spricht sich eindeutig für „F4“ und damit für die Variante am Rande von Bad Fallingbostel aus, so wie es der Kreistag entschieden hat. Es sei das beste von den vorgeschlagenen Gebieten, sehr gut zu erreichen – von der Bundesstraße und einer Kreisstraße. Rundum gebe es eine ausgezeichnete Infrastruktur. „Wenn Sie heute den Pendelverkehr der Krankenwagen durch unsere Stadt zwischen Walsrode und Soltau sehen, werden Sie verstehen, wie sinnvoll es ist, ein zentrales Heidekreis-Klinikum zu bauen.“ Der Bereich bei Fallingbostel sei gut und vernünftig ausgewählt.

Drei Vorschläge hatte es für einen möglichen Standort in Dorfmark gegeben. Das Gelände auf dem ehemaligen Schönberger Baumarkt sei viel zu klein und äußerst feucht. Thorey: „Bereits nach einem guten halben Meter tritt Grundwasser auf.“ Warum überhaupt Flächen an der Visselhöveder Straße vorgeschlagen worden seien, verstehe sie nicht, so die Bürgermeisterin. Sie befänden sich unterhalb der Erdgas-Bohrstellen, gegen die die Dorfmarker mit bald 16 000 Unterschriften protestiert hätten. „Wer will denn ein Krankenhaus an dieser Stelle haben?“ Mitfavorisiert sei lange Zeit das Maisfeld in Düshop gewesen. Doch auch hier sei eine Hanglage vorhanden, teuer für die Errichtung eines neuen Krankenhauses.

Das Bürgerbegehren, das Initiatoren aus dem Nordkreis in Gang bringen wollen, werde Thema des Kreisausschusses sein, der im August tagt. Im Oktober und dann drei Monate lang werde in den Kommunen des Landkreises gezählt. Nach Aussagen von Landrat Manfred Ostermann wäre ein Endergebnis um den 17. Januar herum zu erwarten. „Wenn alles gut geht“, sagt die Bürgermeisterin, die erst vor einem Jahr ein Bürgerbegehren wegen des Hauses des Kurgastes in Fallingbostel hinter sich bringen musste. „Das kostet uns viel Zeit.“ Im September möchte sie einen Grundstücksvertrag für „F4“ mit dem Heidekreis-Klinikum schließen.

Ungeklärt blieb die Frage, ob das Heidekreis-Klinikum, die Behörden des Landkreises und die Politik die Öffentlichkeit rechtzeitig über die Vorgangsweise rund um den Neubau informiert haben. „Ich habe vom Abbruch des Raumordnungsverfahrens erst Ende Mai erfahren“, sagt Thorey. Erst danach sei die Öffentlichkeit informiert worden – zu spät, meinen viele, die von der Informationspolitik des HKK enttäuscht sind.  mü

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